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Nach Kandidaten-Desaster bei der Bundestagswahl: Röttgen setzt auf anderes Votum

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Drei Männer bewerben sich um den CDU-Parteivorsitz.
Drei Männer bewerben sich um den CDU-Parteivorsitz. © Michael Kappeler/dpa

Wer wird Vorsitzender der CDU? Norbert Röttgen befürwortet eine Entscheidung, bei der alle Parteimitglieder mitstimmen.

Berlin – Die Einigung auf Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union war vor der Bundestagswahl 2021 alles andere als harmonisch. Damit solche Entscheidung künftig harmonischer getroffen werden können, schlägt Norbert Röttgen ein Mitgliedervotum vor. Sollten sich die Schwesterparteien CDU und CSU noch einmal wie in diesem Jahr über den Kanzlerkandidaten streiten, „müssen die Mitglieder von CDU und CSU zur Not entscheiden“, sagte der CDU-Vorsitzkandidat am Mittwochabend dem Sender Phoenix. „Wir brauchen eine breite Legitimation und nicht die eines Gremiums.“

Nach Kandidaten-Desaster bei der Bundestagswahl: Röttgen setzt auf anderes Votum

Röttgen spielte damit auf den öffentlichen Machtkampf von CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder um die Kanzlerkandidatur an. Laschet setzte sich schließlich im April als Kandidat durch, indem er eine Entscheidung zu seinen Gunsten in einer nächtlichen Sitzung des CDU-Vorstands erzwang. „Dieses Verfahren war, glaube ich, nicht richtig“, sagte Röttgen.

Der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun, der sich ebenfalls um den CDU-Vorsitz bewirbt, kann sich auch bei einer Niederlage ein weiteres Engagement in der Bundespolitik vorstellen. „Ich bin sehr gerne in der Bundespolitik und gerade als Bundestagsabgeordneter wiedergewählt“, sagte er der Rheinischen Post. Auf die Frage, ob er dann nicht doch als Hesse die Nachfolge von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier anstrebe, antwortete Braun: „Volker Bouffier ist ein erfolgreicher Ministerpräsident und bis 2023 gewählt. Er hat nicht ankündigt, sich zurückziehen zu wollen.“

Mitgliedervotum soll Konflikte aus dem Weg räumen

Nach dem historisch schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl hält die CDU erstmals eine Mitgliederbefragung über den künftigen Parteivorsitzenden ab. Die Abstimmung beginnt am Samstag, das Ergebnis soll am 17. Dezember vorliegen. Am 21. und 22. Januar soll dann ein digitaler Parteitag offiziell den Nachfolger von Armin Laschet küren. Neben Braun und Röttgen bewirbt sich auch noch der CDU-Wirtschaftsexperte Friedrich Merz.

Die drei Kandidaten stellten sich am Mittwochabend, 1. Dezember den Fragen der eigenen Partei. Spannend wurde es bei der Diskussion einer möglichen Doppelspitze gemeinsam mit einer Frau. Denn: Das lehnten alle drei Kandidaten kategorisch ab. Röttgen stellte klar: „Das ist nicht unsere CDU-Kultur. Eine Doppelspitze würden wir den Grünen nachahmen. Das finde ich keine starke Position.“ (AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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