+
Die Parteivorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, wird nicht am TV-Duell zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl teilnehmen. Foto: Kay Nietfeld

CDU-Spitzenkandidatin Klöckner sagt TV-Debatte ab

Und dann waren es nur noch zwei: AfD, FDP und Linke sind gar nicht erst zur Spitzenrunde beim SWR eingeladen worden, nun steigt die CDU aus. Bleiben theoretisch noch SPD und Grüne. Ob die Sendung nun überhaupt zustande kommt, ist fraglich.

Mainz (dpa) - Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner hat ihre Teilnahme an der Fernsehdebatte der Spitzenkandidaten vor der Landtagswahl abgesagt und der SPD Erpressung des SWR vorgeworfen.

"Mit unserer Teilnahme würden wir die skandalöse Einflussnahme der SPD und die so erzwungene, falsche Reaktion des SWR nur noch belohnen", teilte die CDU in Mainz mit. Der Südwestrundfunk hatte die Alternative für Deutschland (AfD) nicht eingeladen, nachdem Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit einem Boykott der Sendung gedroht hatte, falls die rechtskonservative Partei dabei sein sollte.

Dreyer hatte ihre Haltung damit begründet, sie wolle der AfD keine Plattform geben. Sie wirft der Partei rassistische und rechtsextreme Botschaften vor.

Der "Welt" (Online) sagte Klöckner kurz nach der Absage, es gehe nicht in erster Linie um die Absage an die AfD. Ihre Position zu dieser Partei - "keine Koalition und klare Abgrenzung" - sei bekannt. "Es geht um die Einflussnahme der Staatskanzlei auf einen öffentlich-rechtlichen Sender, um einen erpresserischen Vorgang", sagte Klöckner. "Es wurden ja gleich weitere Parteien mit ausgeladen und so die Wunschkonstellation für die rot-grüne Landesregierung passend gemacht."

Mit ihrer Boykottdrohung habe Dreyer der AfD im Wahlkampf geholfen, warf Klöckner ihrer Rivalin im Rennen um das Ministerpräsidentenamt vor. "Nützen wird es der AfD, Rot-Grün ist zum besten AfD-Wahlkampfhelfer geworden. Statt sie mit Argumenten zu entzaubern, werden sie nun zu Märtyrern." Zudem habe Dreyer den SWR in eine schwierige Situation gebracht. "Das ist eigentlich kein würdiger Politikstil, wenn man sonst immer das Hohelied der Staatsferne der Medien singt", sagte sie.

Nach Klöckners Absage ließ der Südwestrundfunk (SWR) mögliche Folgen für die geplante Sendung zunächst offen.

Die SPD verteidigte Dreyers Haltung. Dreyer habe eine klare Haltung im Umgang mit rechten Hetzern im Land, schrieb SPD-Generalsekretär Jens Guth. Die Absage der CDU überrasche nicht. "Es ist schon bemerkenswert welche Bedeutung die Klöckner-CDU der AfD zukommen lässt... ", hieß es in einem weiteren Tweet.

Die FDP unterstützte Klöckner. Parteichef Volker Wissng warf SPD und Grünen mit Blick auf Dreyers Boykottdrohung einen "Erpressungsversuch" vor.

In Rheinland-Pfalz wird am 13. März ein neuer Landtag gewählt. Bei der jüngsten SWR-Umfrage kam die AfD auf acht Prozent, FDP und Linke landeten bei fünf Prozent - damit wären alle drei Parteien im Landtag vertreten. Für die CDU sprachen sich bei der jüngsten Umfrage 37 Prozent aus, für die SPD 31 Prozent und die Grünen 9 Prozent. Die TV-Debatte sollte drei Tage vor der Wahl ausgestrahlt werden.

Interview Klöckner in der "Welt"

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neuwahlen: Angeblich kursiert geheimer Termin in Berlin
Wann sind Neuwahlen? Das fragen sich viele nach dem Jamaika-Aus. Angeblich kursiert bereits ein geheimer Termin für Neuwahlen in Berlin.
Neuwahlen: Angeblich kursiert geheimer Termin in Berlin
Zahlreiche Tote bei Bombenexplosion im Nordirak
Mindestens 15 Menschen sollen bei einer Explosion im Nordirak ums Leben gekommen sein. Andere Quellen sprechen sogar von 21 Toten. Wer für den Anschlag verantwortlich …
Zahlreiche Tote bei Bombenexplosion im Nordirak
Hartmann, Gehring und Schulze wollen Grünen-Spitzenkandidaten werden
Im Hinblick auf die Landtagswahl 2018 bekommen die Grünen in Bayern ein neues Spitzenduo. Drei Kandidaten haben sich für die Posten aufstellen lassen. Wer am Ende das …
Hartmann, Gehring und Schulze wollen Grünen-Spitzenkandidaten werden
Aufnahme Nordkoreas in US-Terrorliste
Die USA erhöhen den Druck auf Nordkorea. Nach fast zehn Jahren setzt Washington Nordkorea wieder auf seine Liste der Terrorismus-Unterstützerstaaten. In Tokio, Peking …
Aufnahme Nordkoreas in US-Terrorliste

Kommentare