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 MM-Redakteur Till Huber.

Kommentar

Die CDU und ihr Wahlkampf: Besser Altmaier als Tauber

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„Blind“, „Taub“ und „Stumm“ - die Zusammensetzung des bisherigen Wahlkampfteams der CDU ließ bislang zu wünschen übrig. Altmaiers Einsatz zur Unterstützung kann dem Team nur gut tun, meint MM-Redakteur Til Huber.

In den ganz harten unionsinternen Streittagen gab es in der CSU einen bösen Spruch: Die CDU habe nun schon einen „Blind“ (Pressesprecher Jochen Blind) und einen „Taub“ (Generalsekretär Peter Tauber), hieß es da. Besser wäre es aber, wenn die Schwesterpartei auch noch einen „Stumm“ hätte. Man konnte sich kaum noch gegenseitig zuhören. Jedes Wort war zu viel.

Für den Wahlkampf wäre ein „Stumm“ natürlich eine Fehlbesetzung. Dafür schickt die Kanzlerin nun einen „Alt“ zur Unterstützung ins Adenauer-Haus. Kanzleramtsminister Peter Altmaier soll Tauber bei der Wahlkampfstrategie unterstützen. Der CDU dürfte das guttun. Der erfahrene Strippenzieher kennt nicht nur die Kanzlerin und ihre Befindlichkeiten wie kaum ein anderer. Er weiß auch um die Fallstricke des Politikbetriebs.

Vertrauen für Altmaier, Misstrauen gegenüber Tauber. Aus dessen gut dreijähriger Amtszeit ist kein einziger Akzent überliefert, der die Partei in der Wählergunst vorangebracht hätte. Er wirkte überfordert, hatte dem Imageverlust Merkels nie etwas entgegenzusetzen. Wenn nun „Alt“ den Wahlkampf managt, dürfte das auch der CSU nicht unrecht sein. Er ist zwar dort nicht viel populärer als Tauber. Aber er gilt mit seiner Erfahrung als deutlich professioneller.

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