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„Hat ihm, glaube ich, gefallen“: Merz holt junge CDU-Frau ins Team - jetzt erklärt sie den Hintergrund

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Diese Nominierung überraschte sogar CDU-Politiker in Baden-Württemberg: Mit Christina Stumpp wird ein unbeschriebenes Blatt als Vize-Generalsekretärin von Friedrich Merz gehandelt.

Berlin/Waiblingen - Der Kampf um den CDU-Vorsitz geht in eine neue Runde. Mit einem Dreier-Team will Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz den Chef-Posten übernehmen. Teil des Gespanns ist auch die neu gewählte Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp. Für sie will Merz sogar einen neuen Parteiposten schaffen.

Kampf um CDU-Vorsitz: Merz holt Newcomerin in sein Team

Im September errang Christina Stumpp das Direktmandat in ihrem Wahlkreis Waiblingen in Baden-Württemberg. Zwei Monate später wird sie schon als neue Vize-Generalsekretärin der CDU gehandelt. Dabei trat die CDU-Politikerin überregional bisher noch gar nicht in Erscheinung. Auch für sie kam die Nominierung durch Friedrich Merz daher überraschend.

Die Nominierung war für Stumpp fast ein Geburtstagsgeschenk: Sie wurde am Dienstag 34 Jahre alt, als Friedrich Merz ihr das Amt als Stellvertreterin von Generalsekretärs-Anwärter Mario Czaja anbot. „Das war wirklich sehr kurzfristig. Wir haben uns kurz zuvor in einer Gruppe der neu gewählten Abgeordneten kennengelernt“, erzählte sie im Interview mit der Welt. Auf die Frage, warum Merz gerade sie gefragt habe, antwortete Stumpp: „Beim schlechtesten Bundestagswahlergebnis der CDU habe ich noch ein gutes Ergebnis erzielt. Mir ist die Basis wichtig. Ich gehe gerne raus und unterhalte mich mit den Leuten und finde heraus, wo der Schuh drückt.“ „Das hat ihm, glaube ich, gut gefallen“, meinte sie.

CDU-Politiker Friedrich Merz stellt die Mitglieder seines Teams vor, darunter Christina Stumpp und Mario Czaja.
Sie ist die Überraschung im Team von Friedrich Merz: CDU-Politikerin Christina Stumpp war außerhalb ihres Wahlkreises kaum bekannt. © Michael Kappeler/ dpa

CDU-Politikerin Christina Stumpp: Familienmutter, Abgeordnete und bald Vize-Generalsekretärin?

Die Bundestagsabgeordnete erklärte ihre Nominierung zur Stellvertreterin damit, dass diese Position besser mit ihrer Familie vereinbar sei. Denn: Die Politikerin hat einen kleinen Sohn. Außerdem will Stumpp auch noch Zeit für ihren Wahlkreis haben. „Ich kann nicht zaubern. Und so möchte ich jetzt die Rahmenbedingungen so verbessern, dass vielleicht irgendwann für mich oder für jemand anderes in meinem Alter auch die Generalsekretärin drin ist. Das ist mein Ziel.“

Als Vize-Generalsekretärin will die Mutter deshalb auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und von Politik und Familie vorantreiben, wie sie im Welt-Interview erklärte. „Als Volkspartei müssen wir alle abbilden – jung, alt, männlich, weiblich. Und ich gehöre als junge Familienmutter natürlich dazu.“

Wie ein anderer „Held“ der Bundestagswahl setzt Stumpp zudem auf einen überraschend anmutenden Ansatz: Sie will vor allem in ihrem Wahlkreis präsent sein. Ihre Hauptaufgabe sei es, „als Abgeordnete die Menschen aus meinem Wahlkreis Waiblingen zu vertreten. Ich möchte ansprechbar sein“, erklärte sie der Welt.

Jünger, weiblicher und moderner: Das sind Stumpps Ziele für die CDU

Als ehemalige Kommunalpolitikern weiß Stumpp, wie schwer es für Frauen in der Politik sein kann - Das will sie ändern: „Ich möchte Frauen Mut machen, in die Politik zu gehen. Die CDU muss jünger und weiblicher und moderner werden. Und ich sehe es als meine Aufgabe, das als stellvertretende Generalsekretärin zu verändern und zu vermarkten.“ Allerdings gibt es das Amt des stellvertretenden Generalsekretärs in der CDU bislang nicht: Es müsste erst noch durch eine Satzungsänderung geschaffen werden. Zuletzt scheiterte auch eine weibliche Anwärterin am Sprung in die Kandidaten-Liste für die CDU-Vorsitzendenwahl. (sf/AFP)

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