Vor dem CDU-Parteitag

Neue Umfrage: Kanzler-Watschn für CDU-Trio - Laschet gibt Söder bei „Lanz“ schon einen Wink

  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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Wer führt die Union in den Wahlkampf? Am Samstag entscheidet sich, wer als CDU-Vertreter in Frage kommt. Laschet, Röttgen und Merz liebäugeln mit der Kanzlerschaft - aber der CSU-Chef darf mitreden.

Berlin - Auf dem CDU-Parteitag macht sich unter Umständen der nächste Kanzler warm. Bald 16 Jahre stellte die Union mit Angela Merkel den Regierungschef von Deutschland - und die Union will natürlich nicht, dass sich das ändert. Am Samstag wählen CDU-Delegierte den neuen Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union. Alle drei Kandidaten geben sich kanzlerwillig. Aber die CSU hat da noch ein Wörtchen mitzureden. In diesem Jahr, angesichts Söders Selbstbewusstsein und Umfragewerten, vielleicht noch ein Stückchen mehr als sonst. Auch wenn Söder stets betonte, sein Platz sei in Bayern.

Armin Laschet, einer der drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz, will im Falle seiner Wahl offen mit CSU-Chef Markus Söder über die Frage des Unions-Kanzlerkandidaten reden. Der Chef der größeren Schwesterpartei sei nicht automatisch der, der die Parteien in den Bundestagswahlkampf führt, versicherte er. „Nein, das steht nicht fest. Das werden wir gemeinsam besprechen“, sagte Laschet am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Er werde „offen“ in ein Gespräch gehen. Laschet und Söder präsentierten sich zuletzt bei dem Neujahrsempfang der NRW-CDU äußerst harmonisch.

Vor dem CDU-Parteitag: Wer wird Kanzlerkandidat? Laschet, Röttgen, Merz - oder doch Söder?

Zweimal hat die CSU bisher das Ruder an sich gerissen: mit Franz Josef Strauß 1980 und Edmund Stoiber 2002. Beide Kanzlerkandidaten scheiterten. Manche Politik-Experten sagen: Wenn der neue CDU-Vorsitzende seine Machtoption, die Union bei der Bundestagswahl zum Sieg zu führen, direkt an die CSU abgibt, deutete dies auf einen eher schwachen Start hin. Gleichzeitig betonen alle, sie wollten die beste Lösung für die Union in diesem „Superwahljahr 2021“ mit sechs Landtagswahlen und Bundestagswahl finden. Gemeinsam.

Die drei Kandidaten, die um den CDU-Parteivorsitz kämpfen: Armin Laschet, Friedrich Merz, Norbert Röttgen (v.l.)

CDU-Kandidat Norbert Röttgen hat nun kurz vor Beginn des Parteitags am Freitagabend seinen Anspruch bekräftigt, im Falle einer Wahl auch Kanzlerkandidat zu werden. Das Selbstverständnis der Partei sei, dass der Vorsitzende auch das Amt als Kanzlerkandidat übernehme, sagte der Außenpolitiker bei einem Gespräch in „Guten Morgen Deutschland“ von RTL. „Das wichtigste Ziel ist, dass der Unions-Kandidat der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wird.“

Norbert Röttgen will Kanzlerkandidat werden - aber dafür müsste er erst einmal CDU-Vorsitzender werden

Mit dem potenziellen Konkurrenten der CSU, Markus Söder, will sich Röttgen nicht messen. „Wir sind die ersten Diener der Parteien, darum geht es. Und nicht um uns und unsere Egos.“ Am Donnerstag hatte er der Rheinischen Post gesagt: Im Falle seiner Kür zum CDU-Chef, werde er mit Söder „sehr zügig und vertraulich zusammenkommen und zu gegebener Zeit einen Vorschlag machen, welcher Kandidat für die Unionsparteien die besten Chancen bei den Wählerinnen und Wählern hat.“ Sie würden sich schon „seit Jahrzehnten“ kennen.

Der Dritte im Wettbewerb, Friedrich Merz sagte am Donnerstag auf NDR Info zu dem Thema, dass ein Kanzler aus den Reihen der Schwesterpartei CSU „theoretisch“ möglich sei. Das werde nach dem Parteitag der CDU entschieden, betont auch Merz.

Die endgültige Entscheidung, wer Kanzlerkandidat wird, soll noch nicht so schnell fallen. Man werde wohl erst einmal die beiden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz abwarten und sich wahrscheinlich um Ostern herum zusammensetzen, heißt es.

Vor dem CDU-Parteitag: Wen halten die Deutschen für kanzlertauglich?

Die Deutschen scheinen keinen der drei CDU-Kandidaten so wirklich für kanzlertauglich zu halten. Eine Umfrage des ZDF-“Politbarometers“ ergab, dass nur jeweils 29 Prozent der Teilnehmer Norbert Röttgen oder Friedrich Merz als Kanzler geeignet finden. Für Armin Laschet sprechen sich noch ein paar weniger aus, 28 Prozent. Markus Söder, der auch auf dem CDU-Parteitag reden wird, ist in der aktuellen Umfrage mit 54 Prozent, die ihn als Kanzler geeignet halten, der Gewinner.

Bei der Frage, wer die CDU am ehesten erfolgreich in die Zukunft führen kann, erhält Friedrich Merz vor allem unter den Unions-Anhängern klar die meisten Stimmen. Das „Politikbarometer“ wird von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Dabei wurden für diese Umfrage 1262 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch kontaktiert. (cibo/dpa)

Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de

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