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Cem Özdemir stand bei der Sicherheitskonferenz in München unter Polizeischutz.

Grünen-Politiker fordert anderes Auftreten

Freilassung von Deniz Yücel: Cem Özdemir vermutet Kalkül der Türkei

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir glaubt, hinter der Freilassung von Deniz Yücel durch die Türkei steckt eine Taktik. Er beklagt die „Hasenfüßigkeit“ Deutschlands gegenüber Erdogan.

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat Deutschland aufgefordert, "selbstbewusster" gegenüber der Türkei aufzutreten. "Diese Hasenfüßigkeit erschließt sich mir nicht", sagte Özdemir am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Mit Blick auf die Freilassung des Welt-Journalisten Deniz Yücel aus türkischer Haft sagte er, die Türkei erhoffe sich offensichtlich, dass ihre Isolation durch Deutschland durchbrochen werde. Die Türkei sei isoliert, die Wirtschaft liege darnieder.

Deshalb verstehe er nicht, warum Deutschland nicht anders auftrete. Die Türkei brauche Deutschland und Europa, zeigte sich Özdemir überzeugt. "Also sollte Europa selbstbewusster auftreten." Er sei nicht gegen Gespräche. Aber reden heiße nicht, türkischen Politikern durchgehen zu lassen, wenn sie von einem Rechtsstaat in der Türkei sprächen. Es gebe dort keinen Rechtsstaat.

Alles zur Sicherheitskonferenz in München: Unser Siko-Ticker zum Nachlesen

Özdemir stand bei der Münchner Sicherheitskonferenz am Wochenende zeitweilig unter Polizeischutz, nachdem er von türkischer Seite offenbar als "Terrorist" bezeichnet worden war. Er war im selben Hotel wie die türkische Delegation untergebracht. Es sei schon ein "bisschen ungewöhnlich" gewesen, sagte der frühere Grünen-Chef. Alles über den Fall lesen Sie auf merkur.de*.

afp

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