Werbetafel in Paris zeigen den Schriftzug „Je suis Charlie“.
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„Je suis Charlie“ war das Schlagwort, als im Januar 2015 bewaffnete Männer ein Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ verübten.

Französische Satirezeitschrift

„Je suis Charlie“: Anschlag in Paris sorgte weltweit für Entsetzen - Wer genau ist „Charlie Hebdo“?

  • Marion Neumann
    vonMarion Neumann
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Der islamistisch motivierte Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ sorgte weltweit für Entsetzen. Bekannt wurde dabei auch der Slogan „Je suis Charlie“.

Paris - Die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ erlangte weltweit traurige Berühmtheit. Bei einem Terroranschlag auf das Redaktionsbüro von „Charlie Hebdo“ am 7. Januar 2015 wurden zwölf Menschen, darunter fünf prominente Karikaturisten aus dem Redaktionsteam der Zeitschrift einschließlich des Herausgebers ermordet.

Bei dem Angriff handelte es sich um einen islamistisch motivierten Terroranschlag. Zwei maskierte Männer drangen im Januar 2015 in die Redaktionsräume in der Rue Nicolas-Appert mitten im Zentrum von Paris ein. Mit Sturmgewehren erschossen sie zwölf Menschen. Während der Tat riefen die Täter Parolen wie „Allahu akbar“. Die beiden Täter wurden noch während ihrer drei Tage andauernden Flucht als die Brüder Chérif und Saïd Kouachi identifiziert.

„Je suis Charlie“: Anschlag in Paris sorgte weltweit für Entsetzen - Wer genau ist „Charlie Hebdo“? 

Bereits im Jahr 2012 hatte „Charlie Hebdo“ Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Die Karikaturen erschienen zu einem Zeitpunkt, als die Stimmung in muslimischen Ländern aufgeheizt war. Dies sorgte für viel Wirbel. Das Magazin verteidigte schließlich die Veröffentlichung der Karikaturen und verwies auf die Rede- und Pressefreiheit. Im Jahr 2013 veröffentlichte „Charlie Hebdo“ eine Comic-Biographie von Mohammed, die ebenfalls für Aufsehen gesorgt hatte.

Nach dem Anschlag kam es noch am selben Abend und an den darauf folgenden Tagen in zahlreichen französischen und anderen europäischen Städten zu spontanen Solidaritätskundgebungen. Allein in Paris demonstrierten am Abend des 7. Januar etwa 35.000 Menschen; viele zeigten Kerzen oder Stifte und Plakate mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ („Ich bin Charlie“). 

„Charlie Hebdo": Fünf Jahre nach Anschlag auf Satirezeitung in Paris startet Prozess

Anfang September 2020, mehr als fünf Jahre nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo hat der Prozess gegen mutmaßliche Helfer der Attentäter begonnen. Unter massivem Polizeischutz wurde das Verfahren vor einem Pariser Schwurgericht eröffnet. Den 14 Angeklagten drohen mehrjährige Gefängnisstrafen bis hin zu lebenslanger Haft.

In dem mit Abstand größten Terror-Prozess der vergangenen Jahre in Frankreich sind 13 Männer sowie eine Frau angeklagt. Die Verdächtigen sollen das islamistische Brüderpaar Chérif und Saïd Kouachi unterstützt haben, das die Redaktion von "Charlie Hebdo" stürmte. Der für Anti-Terrorismus zuständige Staatsanwalt Jean-François Ricard erklärte, der Prozess habe zwei Ziele: "der Wahrheit nahe zu kommen" und die Überlebenden zu Wort kommen zu lassen.

Paris: Redaktionsleiter äußert sich zu Anschlag auf Charlie Hebdo

„Der Hass, der uns getroffen hat, ist immer noch da“, schrieb der Redaktionsleiter von „Charlie Hebdo“, Laurent Sourisseau, in einem Leitartikel. Er äußerte die Hoffnung, dass „in zehn, 20 Jahren freiere Geister zum Vorschein kommen als die unserer Zeit“.
In der Sonderausgabe der Zeitung waren erneut die Mohammed-Karikaturen zu sehen, mit denen die Islamisten damals ihre Tat begründeten. Sie zeigen unter anderem den Propheten Mohammed mit einer Bombe auf dem Kopf anstelle eines Turbans.

Am 25. September 2020 kam es nahe der alten „Charlie Hebdo“-Büros zu einer Messerattacke. Erneut gab es einen Aufruhr in Paris.

(nema/dpa)

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