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Im Merkur-Interview: Gundula Roßmann sieht die Rentenversicherung „gut aufgestellt“ .

Zukunft der gesetzlichen Altersvorsorge

Chefin der Rentenversicherung: „Die Aussichten sind gut“

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Die gesetzliche Rentenversicherung steht auf gesunden Beinen. Das sagt Versicherungspräsidentin Gundula Roßbach im Interview. Und sie spricht darüber, ob auch Selbstständige und Beamte einzahlen sollten.

München– Seit 1. Januar ist Gundula Roßbach die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund. Ein Gespräch über die Zukunft der gesetzlichen Altersvorsorge:

Frau Roßbach, ich bin 33 Jahre alt und zahle monatlich einen nennenswerten Teil meines Gehalts in die Rentenversicherung ein. Gut investiertes Geld?

Auf jeden Fall. Die Rentenversicherung ist gut und stabil aufgestellt, wir haben im Moment gute Beitragseinnahmen. Wir erwarten bis 2030 eine jährliche Rentenerhöhung um die zwei Prozent.

Da bin ich aber noch lange nicht in Rente.

Wir haben auch für die Jüngeren ausgerechnet, wie es für die Zukunft aussieht. Da können wir immer noch Rendite-Chancen zwischen zwei und drei Prozent bieten. Die Aussichten sind also gut.

Wird der Rentenversicherung zu wenig zugetraut?

Die Rentenversicherung ist 127 Jahre alt. Die Renten sind in dieser Zeit immer gezahlt worden, auch in Krisenzeiten. Aber klar, wir leben – bedingt durch das Umlageverfahren – von der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Man kann also sagen: Wer auf die Zukunft der deutschen Wirtschaft baut, kann auch auf die Zukunft der Rentenversicherung setzen.

Ist es so einfach? Ab 2030 kommt die Generation der Babyboomer ins Rentenalter. Dann wird’s teuer und die Beitragszahler werden immer weniger.

Ja, aber die Rentenversicherung hat sich ja schon seit Mitte der 80er-Jahre darauf vorbereitet. Deshalb wurde zum Beispiel auch die Rentenentwicklung von der Lohnentwicklung teilweise entkoppelt. Damit es dann auch für spätere Generationen passt.

Das sorgt aber auch dafür, dass das Rentenniveau – also das Verhältnis der Rentenerhöhungen im Vergleich zum Anstieg der Löhne – immer weiter sinkt.

Das Rentenniveau ist eine Standard-Rechengröße. Es sagt aus: Wer 45 Jahre genau durchschnittlich verdient hat, bekommt derzeit 48 Prozent des Durchschnittsverdienstes als Rente. Diese Größe verändert sich nach unten, dennoch steigen die Renten ja wie gesagt weiter. Nur eben langsamer als die Löhne. Eine Sicherungsklausel stellt sicher, dass die einmal erreichte Rente nicht sinken kann.

Die Kluft zwischen Renten und Löhnen wird aber größer. Dadurch verlieren die Rentner doch. In der Relation werden sie ärmer.

Wir dürfen doch eines nicht vergessen: Wir haben uns in Deutschland 2001 entschieden, die Altersvorsorge auf drei Säulen zu verteilen. Da verschieben sich eben auch die Gewichte. Die Entscheidung war: Die Rentenversicherung soll den Lebensstandard im Alter nicht mehr alleine halten. Deshalb müssen wir uns natürlich jetzt auch alle damit beschäftigen, dass wir mehr für unsere zusätzliche Altersvorsorge tun müssen, die allerdings auch von der demografischen Entwicklung betroffen ist. Hier sollte man sich genau anschauen, welche Risiken abgesichert sind und welche Leistungen erreicht werden können.

Müssen wir dann auch länger arbeiten?

Wir sind nun erst einmal noch bis 2031 auf dem Weg zur Rente mit 67. Im Moment liegt das Alter, in dem die Menschen durchschnittlich in Rente gehen, bei ungefähr 64 Jahren. Wir haben uns nun vorgenommen, ab 2020 ganz genau anzusehen, wie sich das bei den Menschen entwickelt. Wie wirken flankierende Maßnahmen in der Rehabilitation und der Prävention? Haben die Menschen tatsächlich die Chance, länger zu arbeiten?

Populär ist der Vorschlag, die Zahl der Beitragszahler zu erhöhen, indem man Selbstständige und Beamte in die Rentenversicherung eingliedert.

Bei dieser Frage sollte man sehen, was machbar ist. Es wäre ein erster guter Schritt, wenn wir die bislang nicht abgesicherten Selbstständigen einbeziehen würden. Auch weil sie eine Gruppe sind, die derzeit mit ihrer Absicherung beim Alter oft Schwierigkeiten hat.

In Österreich zahlen auch Beamte ein.

Ja, aber dafür hat es komplexe Übergangsregeln gebraucht, und diese Umstellung würde Jahrzehnte dauern.

Zudem kämen nicht nur die Beiträge, sondern auch die hohen laufenden Ansprüche der Beamten auf die Rentenversicherung zu.

Und das noch über einen langen Zeitraum, bis die Umstellung komplett vollzogen wäre. Das könnten die Beitragszahler der Rentenversicherung alleine tatsächlich nicht stemmen.

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