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Pentagon schlägt Atomwaffen-Alarm: Entwicklung in China „sehr besorgniserregend“

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Xi Jinping, Präsident von China, applaudiert während einer Veranstaltung zum 110. Jahrestag der Xinhai-Revolution.
Chinas Präsident Xi Jinping rüstet seine Atomwaffen schneller auf, als von den USA erwartete. (Archivbild) © Andy Wong/dpa

Das Atomwaffenarsenal Chinas könnte eine größere Bedrohung darstellen, als gedacht: Laut einem Bericht des Pentagons, rüstet Peking weitaus schneller auf, als die USA vermuteten.

Washington/ Peking - Die Entwicklungen in China bereiten dem US-Verteidigungsministerium große Sorgen: China rüstet sein Atomarsenal einem Pentagon-Bericht zufolge schneller auf als erwartet. Wie der am Mittwoch (3. November) veröffentlichte Bericht aufdeckt, könnte die Volksrepublik bis 2030 die Zahl ihrer atomaren Sprengköpfe mehr als verdoppeln.

Aufrüstung in China: Pentagon spricht von „besorgniserregenden Entwicklungen“

Wie aus dem Bericht hervorgeht, könnte China im Jahr 2013 über mehr als 1000 atomare Sprengköpfe verfügen. Im vergangenen Jahr war das Pentagon noch von einer möglichen Steigerung auf 400 Sprengköpfe bis 2030 ausgegangen. Zum Vergleich: Die USA besitzen 3750 Nuklearsprengköpfe und verfolgen nach eigenen Angaben keine Pläne, deren Zahl zu erhöhen. Vor 20 Jahren besaßen die USA noch rund 10 000 Sprengköpfe.

Die Regierung in Peking „investiert in die Anzahl ihrer land-, see- und luftgestützten nuklearen Trägersysteme und baut die notwendige Infrastruktur, um diese bedeutende Erweiterung ihrer Nuklearstreitkräfte zu unterstützen“, heißt es in dem Bericht. Diese Entwicklung „ist für uns sehr besorgniserregend“, sagte ein Pentagon-Vertreter. Es stelle sich die Frage nach Chinas „Absichten“. Von einem offenen Konflikt ist bislang aber keine Rede.

Die US-Regierung hat China zum wichtigsten Sicherheitsproblem erklärt. Peking rüstet seit einiger Zeit massiv auf und schließt zunehmend zur bislang konkurrenzlosen militärischen Macht der USA auf. Die Rivalität verstärkt die Furcht vor einer möglichen Konfrontation der beiden Länder insbesondere in Bezug auf Taiwan.

China rüstet Atomwaffen auf - Droht Eskalation des Konflikts mit Taiwan?

Besorgniserregend ist die Situation auch mit Hinblick auf die Spannungen zwischen China und Taiwan, die in den vergangenen Jahren wieder zunahmen. Peking sieht Taiwan als abtrünnige Provinz an, die notfalls auch mit militärischer Gewalt wieder mit dem Festland vereinigt werden soll. Die USA haben der Regierung in Taipeh auch militärische Unterstützung zugesichert.

Dem Bericht des Pentagons zufolge zielt Chinas rasche militärische Modernisierung darauf ab, bis zum Jahr 2027 die Fähigkeit zu erlangen, jeglichen Widerstand gegen eine Rückeroberung Taiwans zu überwinden - sei es durch Druck und Abschreckung oder militärische Gewalt. (AFP/sf)

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