In China

BBC-Reporter von Menschenmenge angegriffen

Xinhua - Seriöse Journalisten leben weiter gefährlich: In China ist ein Team von BBC-Reportern offenbar von einem Mob angegriffen und zur Unterschrift eines Geständnisses gezwungen worden.

Ein Team von BBC-Reportern ist in China nach eigenen Angaben von einer Menschenmenge angegriffen und zur Unterschrift eines Geständnisses gezwungen worden. Der Vorfall ereignete sich im Südosten des Landes, wo die Reporter für einen Bericht über Streitereien um Landebesitz eine Betroffene hätten interviewen wollen, schrieb BBC-Korrespondent John Sudworth am Freitag auf der Internetseite des Senders. 

Ein Mob lauerte dem Team auf

Beim Eintreffen am Wohnort der Frau habe eine große Menschengruppe auf das BBC-Team gewartet, berichtete Sudworth. "Sie haben uns angegriffen und all unsere Kameras zertrümmert." Videomaterial auf der BBC-Internetseite zeigte Teile der Rangeleien, bei denen mindestens ein BBC-Mitarbeiter leichte Handverletzungen davontrug. 

Die Journalisten sollten ihr Videomaterial löschen

Die Polizei und die Kommunalverwaltung hätten die Journalisten später "unter Androhung weiterer Gewalt" gezwungen, Videomaterial zu löschen und ein Geständnis zu unterschreiben, in dem sie sich dafür entschuldigten, dass sie mit ihrem Verhalten "schlechten Einfluss" ausgeübt hätten. 

Die Reporter wollten die Frau im Bezirk Xinhua interviewen, weil sie beklagt hatte, ihr Vater sei bei einer Auseinandersetzung um Landbesitz getötet worden. Sie wollte ihr Anliegen auf dem jährlich stattfindenden Treffen der regierenden Kommunistischen Partei vortragen, das am Freitag in Peking begann. Die Frau wurde nach Angaben von Sudworth festgenommen. Die chinesische Organisation für Auslandskorrespondenten verurteilte den Vorfall am Freitag.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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