Deutliche Worte

Japan, Südkorea und China verurteilen Nordkoreas Raketentest

Tokio - Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat China nach dem jüngsten Raketenabschuss durch Pjöngjang seinen Verbündeten Nordkorea kritisiert.

"China lehnt Nordkoreas Nuklear- und Raketenprogramm ab und ist gegen jedes Verhalten, das Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hervorruft", sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Mittwoch nach einem Treffen mit seinen südkoreanischen und japanischen Kollegen in Tokio. Peking lehne jeden Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats durch Pjöngjang ab.

Auch die Außenminister Japans und Südkoreas haben den jüngsten nordkoreanischen Raketentest einhellig verurteilt. Japans Außenminister Fumio Kishida sowie seine südkoreanischen Amtskollege Yun Byung Se riefen das Regime in Pjöngjang gemeinsam mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi dazu auf, von „weiteren Provokationen“ Abstand zu nehmen. Die drei Länder wollten ihre Zusammenarbeit im Umgang mit Nordkorea verbessern, sagte Kishida bei Dreier-Gesprächen in Tokio am Mittwoch.

Manöver von Südkoreas und der USA sorgt für Zündstoff auf der koreanischen Halbinsel

Die nordkoreanische Armee hatte nach Angaben aus dem Süden am Mittwoch von einem U-Boot eine Rakete abgeschossen, die mehr als 500 Kilometer zurücklegte und damit die Reichweite früherer Flugkörper weit übertraf. Die Rakete verletzte nach Angaben aus Tokio die japanische Luftverteidigungszone. Japan, Südkorea und die USA reagierten mit scharfem Protest. Die Regierungen in Tokio und Seoul werfen China regelmäßig vor, Nordkorea nicht ausreichend unter Druck zu setzen, um militärische Provokationen zu beenden.

Derzeit sorgt in den Beziehungen zwischen Pjöngjang und Seoul ein gemeinsames Manöver der Streitkräfte Südkoreas und der USA für weiteren Zündstoff. Nordkorea betrachtet die jährliche Militärübung als Provokation und drohte zu Beginn des Manövers mit einem "atomaren Erstschlag" für den Fall, dass die Souveränität des Landes verletzt werde.

Im Januar hatte Nordkorea eine Atombombe zu Testzwecken gezündet, es war der vierte Atomwaffentest des kommunistischen Landes. Dem schlossen sich eine Reihe von Raketentests an. Der UN-Sicherheitsrat beschloss deshalb Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das isolierte Land. Er verbot Nordkorea jegliche Raketentests.

AFP/dpa

Rubriklistenbild: © AFP (Archivbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

FDP und Grüne entdecken Gemeinsamkeiten
Jamaika ausloten, Tag zwei: FDP und Grüne lassen bei Blumenkohlsuppe und Streuselkuchen die Verletzungen der Vergangenheit beiseite. Nebenbei rumort es ordentlich - vor …
FDP und Grüne entdecken Gemeinsamkeiten
May wendet sich mit Brexit-Brief direkt an EU-Ausländer
Die Brexit-Verhandlungen zwischen Brüssel und London sind zäh. Der EU-Gipfel könnte für Premierministerin May unangenehm werden. In einem offenen Brief wendet sie sich …
May wendet sich mit Brexit-Brief direkt an EU-Ausländer
Merkel will weitere Milliarden für Flüchtlinge in der Türkei
Die Türkei, der Brexit und die Migration: Auf dem EU-Gipfel haben Kanzlerin Angela Merkel und ihre europäischen Kollegen etliche dicke Bretter zu bohren.
Merkel will weitere Milliarden für Flüchtlinge in der Türkei
Hamas-Vertreter bekräftigt Ziel der Zerstörung Israels
Zwischen der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas und der gemäßigteren Fatah mag ein Frieden näher rücken - doch an Israel richtet der Gaza-Chef der Hamas …
Hamas-Vertreter bekräftigt Ziel der Zerstörung Israels

Kommentare