Peking weist Anschuldigungen zurück

„Extrem alarmierend“: UNO sieht Hinweise auf Organraub bei chinesischen Häftlingen

  • Christina Denk
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Die UNO hat „glaubwürdige Informationen“ über erzwungene Organentnahmen an chinesischen Häftlingen erhalten. Vor allem Minderheiten sollen betroffen sein.

Peking - UN-Experten zufolge gibt es Hinweise auf erzwungene Organentnahmen bei chinesischen Häftlingen, die einer Minderheit angehören. Zwölf unabhängige UN-Experten berichteten „glaubwürdige Informationen“ darüber erhalten zu haben. Unter anderem die UN-Sonderberichterstatter bezeichneten die Vorwürfe als „extrem alarmierend.“

„Die erzwungene Organentnahme in China scheint auf Angehörige bestimmter ethnischer, sprachlicher oder religiöser Minderheiten abzuzielen“, so die UNO. Die Betroffenen wurden an verschiedenen Orten inhaftiert. Oft werden sie festgenommen, „ohne dass ihnen die Gründe für die Verhaftung erläutert werden oder Haftbefehle vorliegen.“ Betroffen seien den Berichten zufolge Mitglieder der verbotenen spirituellen Bewegung Falun Gong, Uiguren, Tibeter, aber auch Muslime und Christen.

Hinweise auf Organraub an chinesischen Häftlingen: Peking weist die Anschuldigungen entschieden zurück

Herzen, Nieren, Lebern und Augenhornhäute sollen die am häufigsten entnommenen Organe sein. Wie die UNO berichtet, sollen die Häftlinge nach der Festnahme zu Bluttests und Ultraschall- sowie Röntgenaufnahmen gezwungen werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen würden anschließend in eine Transplantationsdatenbank eingetragen.

China, ein Land das immer schwerer zu durchschauen ist, bestreitet die Anschuldigungen klar. Die UN-Experten würden das asiatische Land „verleumden“, warf der chinesische Vertreter in Genf den Sachkundigen vor. Peking „wehrt sich entschieden gegen diese Anschuldigungen und weist sie kategorisch zurück“, erklärte er. Zudem hieß es weiter: Den UN-Experten mangele es an „rudimentärem Denk- und Urteilsvermögen“. Sie seien auf die „Desinformation antichinesischer separatistischer Kräfte“ und der Falun-Gong-Bewegung hereingefallen.

Die chinesische Regierung, angeführt von Xi Jinping als Staatsoberhaupt, wird immer wieder mit Vorwürfen zum Organraub konfrontiert.

Hinweise auf Organraub an chinesischen Häftlingen: Bereits 2006 gab es Vorwürfe der UNO

Es ist nicht das erste Mal, dass sich China mit Anschuldigungen zum Organraub an Häftlingen konfrontiert sieht. Nach Angaben der UN-Experten hatte die UNO bereits 2006 und 2007 mutmaßlichen Organraub gegenüber der chinesischen Regierung kritisiert. Peking stritt die Vorwürfe bislang immer ab. Die chinesische Regierung habe nach den Anschludigungen damals jedoch keine ausreichenden Daten über die Herkunft von Transplantationsorganen geliefert, so die UNO. Auch zahlreiche europäische Länder werfen China immer wieder Unterdrückung einzelner Bevölkerungerungsschichten vor (siehe Video oben). (chd/AFP)

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/dpa

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