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China testet militärische Hyperschallrakete: USA besorgt - „unsere größte Herausforderung“

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Von: Tanja Kipke

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Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 7“ startet vom Raumfahrtbahnhof Wenchang.
Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 7“ startet vom Raumfahrtbahnhof Wenchang. (Archivbild) © Tu Haichao/dpa

China hat Fortschritte bei atomwaffenfähigen Hochgeschwindigkeitsraketen gemacht. Ein Test erfolgte wohl bereits Ende August. Die USA zeigen sich besorgt.

Peking - China hat einem Medienbericht zufolge große Fortschritte bei der Entwicklung von Hyperschallraketen gemacht. Wie die Financial Times unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, testete China bereits im August einen neuen Hochgeschwindigkeitsgleitkörper. Demnach schickte China das atomwaffenfähige Geschoss mit einer Rakete des Typs „Langer Marsch“ ins All, wo es die Erde auf einer niedrigen Umlaufbahn umkreiste, bevor es Kurs auf sein Ziel nahm. Das US-Pentagon äußerte sich besorgt.

Test von Hyperschallrakete in China: Geschoss verfehlte Ziel um mehr als 30 Kilometer

Zwei der mit dem chinesischen Test vertrauten Personen sagte der Financial Times, die Waffe könnte theoretisch über den Südpol fliegen. Das würde für das US-Militär eine große Herausforderung darstellen, da deren Raketenabwehrsysteme auf die Nordpolarroute ausgerichtet sind. Drei verschiedenen Quellen zufolge verfehlte das Geschoss sein Ziel allerdings um mehr als 30 Kilometer. Wie die Zeitung berichtet, sagte eine weitere Person über den Fortschritt der Technologie: „Wir haben keine Ahnung, wie sie das gemacht haben.“

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, wollte sich zu den Einzelheiten des Berichts nicht äußern. Er erklärte jedoch: „Wir haben unsere Besorgnis über die militärischen Fähigkeiten Chinas deutlich gemacht, die die Spannungen in der Region und darüber hinaus nur noch verstärken“. Dies sei einer der Gründe, „warum wir China als unsere größte Herausforderung betrachten“.

Test von Hyperschallwaffen: China überrascht USA mit Fortschritt

Laut Professor Fravel vom Massachusetts Institute of Technology sei der große Vorteil der Hochgeschwindigkeitsgleitkörper, dass diese auf niedrigeren Flugbahnen fliegen und so im Flug manövrieren könnten. Dies mache es schwierig, sie zu verfolgen und zu zerstören, sagte Fravel der Financial Times. Fravel fügte hinzu, dass es „destabilisierend“ wäre, wenn China eine solche Waffe vollständig entwickeln und einsetzen würde. Er gab aber auch zu bedenken, dass ein Test nicht unbedingt bedeutet, dass Peking die Waffe auch einsetzen würde.

Die chinesische Botschaft lehnte es ab, sich zu dem Test zu äußern, wie es im Bericht weiter heißt. Liu Pengyu, ein Sprecher der Botschaft, sagte jedoch, man habe keine globale Strategie und keine Pläne für Militäroperationen wie die USA. „Und wir sind überhaupt nicht daran interessiert, ein Wettrüsten mit anderen Ländern zu führen“, so der Sprecher. „Im Gegensatz dazu haben die USA in den letzten Jahren Ausreden wie ‚die Bedrohung durch China‘ erfunden, um ihre Rüstungsexpansion und Entwicklung von Hyperschallwaffen zu rechtfertigen.“

Neben China arbeiten auch die USA, Russland, Nordkorea und mindestens vier weitere Länder an der Hyperschalltechnologie. Wie ballistische Raketen können diese Atomwaffen tragen und mehr als fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen. (tkip/AFP)

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