Trump-Zölle im Video: „Schritt, der seinesgleichen in den vergangenen 100 Jahren sucht“
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Experte ordnet ein

Trump-Zölle im Video: „Schritt, der seinesgleichen in den vergangenen 100 Jahren sucht“

Donald Trump bricht mit neuen Zöllen einen nie dagewesenen Handelskrieg vom Zaun. Vor allem China ist betroffen. Zu Recht, sagt ein Experte.
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Im China-Taiwan-Konflikt bereitet sich ein Nachbarland auf den Ernstfall vor

Erneute Militärmanöver

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Riesiges Militärmanöver gestartet: Mit „Einkesselung“ schickt China „ernste Warnung“ an Taiwan

Spannungen im Indopazifik

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China

Die am 1. Oktober 1949 ausgerufene Volksrepublik China gehört zu den größten Wirtschaftsmächten und Bevölkerungen der Welt. Auf mehr als 9,5 Millionen Quadratmetern leben 1,4 Milliarden Menschen unterschiedlicher ethnischer und religiöser Zugehörigkeit. Die größte Bevölkerungsgruppe stellen die Han-Chinesen dar, zu den fünf wichtigsten Religionen gehören der Buddhismus, der Islam, Taoismus, Katholizismus und Protestantismus. Aufgrund der Größe lässt sich das Land in insgesamt 18 verschiedene Klimazonen unterteilen. Von trockenem Wüstenklima bis hin zu kühlem Gebirgsklima reicht die Bandbreite. Die Hauptstadt des ostasiatischen Staats ist Peking. China hat sich in den letzten Jahren als Industrienation einen Namen gemacht und konnte einen enormen Wirtschaftswachstum verzeichnen. Die Volksrepublik China ist ein sozialistischer Einparteienstaat unter der absoluten Führung der Kommunisten Partei.

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China: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Der Sommerpalast am Rande von Peking
  • Die moderne Volksrepublik China wurde am 1. Oktober 1949 gegründet.
  • China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde.
  • Geführt wird der Staat seit der Gründung von der Kommunistischen Partei.

Peking – China blickt auf eine rund 4000 Jahre alte Geschichte zurück. In dieser Zeit entwickelte es seine einzigartige Kultur, erfand Dinge wie Papier oder Schießpulver. Es fiel auseinander und vereinigte sich wieder. Es wurde erobert und warf Eroberer wieder hinaus. Alle paar hundert Jahre wechselten die Dynastien, und alle hinterließen den Menschen ein Stück ihrer Kultur.

Das riesenhafte Land hat heute rund 1,4 Milliarden Einwohner, so viele wie kein anderes. Die meisten von ihnen leben in den Ebenen des Ostens, während die gebirgigen Regionen Westchinas weit dünner besiedelt sind.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends hat China ein weltweit beispielloses Wirtschaftswachstum und eine Modernisierung im Rekordtempo erlebt. Vielen Menschen gelang dadurch der Aufstieg aus der Armut in die Mittelschicht. Zugleich führen politische Repressionen der seit 1949 das Land regierenden Kommunistischen Partei im Ausland immer wieder zu Kritik.

China: Die Geschichte des Kaiserreiches

China gehört zu den ältesten Kulturen der Welt. Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. verbreitete Konfuzius seine Lehre, die bis heute die Grundlage des chinesischen Denkens bildet. Konfuzius betonte Hierarchien, Anstand und die Ordnung der Dinge.

Die Zeitrechnung des chinesischen Kaiserreiches beginnt mit der kurzlebigen, aber kulturell einflussreichen Qin-Dynastie. Qin Shihuang einte nach Kriegen verschiedener Kleinreiche gegeneinander das Reich und ließ sich 221 v. Chr. zum ersten Kaiser krönen. führte zahlreiche Reformen durch. Er ließ die Schrift vereinheitlichen und begann den Bau der Chinesischen Mauer zum Schutz vor Feinden aus dem Norden. Zu seinen Grabbeigaben gehört die berühmte Terrakottaarmee mit rund 8.000 lebensgroßen Kriegern, die heute die größte Touristenattraktion von Xi‘an darstellt, der Hauptstadt der Qin-Dynastie.

Die Qin-Dynastie überlebte den Tod ihres Gründers nicht lange; ihr folgte die Han-Dynastie, die zahlreiche Gebiete eroberte und erstmals Handelsbeziehungen zum Römischen Reich unterhielt. Nach ihr wird das chinesische Volk auch als Han-Chinesen bezeichnet. Nach dem Tod des letzten Han-Kaisers zerfiel sein Reich in drei Teile. Seither wechselten sich Einheit und Zerfall ab - bis zum Beginn der kommunistischen herrschaft ab 1949.

China im Mittelalter

Im Mittelalter war China dem Westen in der Entwicklung weit voraus. Lange vor den Europäern erfanden die Chinesen Dinge wie Papier, Porzellan, den Buchdruck und das Schwarzpulver. Im frühen 13. Jahrhundert begann der mongolische Herrscher Dschingis Khan Feldzüge gegen seine Nachbarn und begründete ein Reich, das sich vom Pazifik bis ans Mittelmeer ausdehnte. Dabei eroberte er auch China. Sein Enkel Kublai Khan ernannte sich 1271 zum Kaiser von China und begründete die Yuan-Dynastie. Er machte Peking unter dem Namen Dadu zu seinem Sitz. Einer seiner berühmtesten Gäste war der Venezianer Marco Polo, der als erster Europäer die Seidenstraße bereiste und chinesische Güter erstmals in Europa einführte.

Dem Sturz der Yuan-Dynastie folgte 1368 die Ming-Dynastie, die einen großen Aufschwung einleitete - und China vorübergehend auch als Seefahrer-Nation etablierte. Die Ming hatten zunächst Nanjing am Jangtse als Sitz ihrer Dynastie - bis Kaiser Yongle die Hauptstadt nach Peking in den Norden verlegte. Daher haben beide Städte bis heute ihren Namen: Nanjing heißt Südliche Hauptstatd, während Peking - auch Beijing geschrieben - Nördliche Hauptstadt bedeutet. In der Ming-Dynastie entstanden in Peking bedeutende Bauwerke wie der Himmelstempel und die Verbotene Stadt als neuer Kaiserpalast.

Die Ming-Dynastie endete, als 1644 die Mandschuren aus dem Norden in China einfielen und die Dynastie der Qing gründeten. Sie zwangen den Chinesen ihre Kultur auf - unter anderem mussten alle chinesischen Männer den traditionellen mandschurischen Zopf tragen. Die Qing waren die letzte Dynastie. 1911 dankte mit Pu Yi der letzte chinesische Kaiser ab, und China wurde zur Republik.

China und die Europäer während der Qing-Dynastie

Unter den Qing erlebte China zunächst eine weitere Blüte und die weiteste Ausdehnung des Reiches. Doch spätestens ab dem 19. Jahrhundert begann der Niedergang. Die Europäer drängten auf Handel und Einfluss, gegen den Willen des Qing-Hofs. Insbesondere die britische East India Company hatte durch den Import von chinesischem Tee ein hohes Handelsdefizit aufgehäuft. Zum Ausgleich brachten sie massenhaft Opium aus ihrer indischen Kronkolonie nach China, das Millionen Chinesen süchtig machte. Die Qing wollten das Opium nicht, aber Großbritannien zwang sie in den beiden so genannten Opiumkriegen, die Droge einzuführen. Beide Kriege endeten in einer schmerzhaften Niederlage für China. 1842 musste der Kaiser Hongkong als Kolonie an Großbritannien abtreten und weitere Häfen für den internationalen Handel öffnen. Weitere Kriege, auch mit Japan folgten, ebenso wie mehrere Aufstände - bis das zweitausendjährige Kaiserreich 1911 endgültig Geschichte war.

China im 20. Jahrhundert

Einer der Anführer der republikanischen Bewegung, Sun Yat-sen, rief am 1. Januar 1912 die Republik China aus. Doch seine Regierung war schwach, und Sun starb bereits 1924. Die nationalistische Regierung stritt mit der neu gegründeten Kommunistischen Partei. Außerdem sicherten sich Warlords vor allem im Norden Gebiete, die sie kontrollierten. Diese Rivalitäten im Kampf um die Macht mündeten 1927 im Chinesischen Bürgerkrieg, der nur während der japanischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg pausierte. Nach der Niederlage der Japaner setzte sich der Konflikt fort, nun ausschließlich zwischen den Kommunisten unter Mao Zedong und der Nationalregierung unter der Kuomintang-Partein von General Chiang Kai-shek. 1949 marschierten die Kommunisten in Peking ein und riefen die Volksrepublik China aus. Die Nationalisten und Chiang flüchteten auf die Insel Taiwan, auf der sie ihre Nationalregierung fortsetzen - zunächst noch mit dem später aufgegebenen Anspruch auf ganz China. Umgekehrt erhebt die kommunistische Regierung bis heute Anspruch auf das als abtrünnige Provinz angesehene Taiwan.

Mao Zedong führte in der Volksrepublik ein sozialistisches System ein - zunächst nach sowjetischem Vorbild. Doch die beiden kommunistischen Riesen zerstritten sich, und Mao setzte auf mehr chinesische Elemente und Konkurrenz mit Moskau - mit zum Teil desaströsen Folgen. Von 1958 bis 1961 setzte er zum „Großen Sprung nach Vorn“ an, mit der China die Sowjetunion überholen sollte. Jeder Chinese sollte sich beteiligen - Mao befahl Dinge wie das Einschmelzen von Kochgeschirr und Werkzeugen zur Stahlproduktion. Die Landwirtschaft lag darnieder; das Missmanagement mündete in eine große Hungersnot, die bis zu 45 Millionen Menschen das Leben kostete. Kaum davon erholt, fiel China in die Wirren der von Mao im Kampf um die Macht 1966 losgetretenen „Großen Proletarischen Kulturrevolution“. Kinder denunzierten ihre Eltern, Schulen und Universitäten schlossen - Schüler und Studierende zogen als fanatiche „Rote Garden“ durchs Land und zerstörten als feudalistisch angesehen Kulturdenkmäler. Parallel säuberte Mao die Partei von seinen Gegnern. Diese Phase endete erst 1976 mit Maos Tod.

Kurioserweise kam es trotzdem genau in jener Zeit zur diplomatischen Anerkennung durch westliche Staaten wie Deutschland - und sogar zur Annäherung an die kapitalistischen USA: In der Sowjetunion hatte man einen gemeinsamen Feind entdeckt.

China heute: Der Wandel zur Wirtschaftsmacht

Unter Maos Nachfolger Deng Xiaoping begann der Staat ab 1977 mit vorsichtigen wirtschaftlichen Reformen hin zu einer so genannten „sozialistischen Marktwirtschaft“. Deng ließ internationale Wirtschaftsbeziehungen in Sonderzonen wie Shenzhen testen und öffnete schrittweise auch andere Städte für den Handel. Sein Mantra war es, einige „zuerst reich werden zu lassen“. China wurde aufgrund der niedrigen Produktionskosten zur „Werkbank der Welt“. Auch nach Dengs Tod 1997 gingen die ökonomischen Reformen weiter - unter anderem wurden viele ineffiziente Staatsunternehmen geschlosse und die Privatwirtschaft gestärkt. 2001 trat China der Welthandelsorganisation (WTO) bei.

2013 verkündete Staatspräsident Xi Jinping das Projekt „One Belt One Road“, das als Neue Seidenstraße andere Staaten entlang alter Handelswege in die chinesische Entwicklung einbinden sollte. China förderte Projekte im Energie- oder Logistiksektor. Diese Projekte reichen bis nach Europa. Seit 2011 können zum Beispiel Züge durchgängig 11.000 Kilometer über Land von Duisburg nach Chongqing fahren.

China: Politik der Kommunistischen Partei

Die Volksrepublik China wird von der Kommunistischen Partei (KP) regiert. Ihr aktueller Generalsekretär Xi Jinping ist zugleich Staatspräsident des Landes. Eine Begrenzung der Amtszeit auf zwei Wahlperioden wurde 2018 aufgehoben, so dass Xi Jinping bis zu seinem Lebensende regieren kann, wenn er dies will. Chinas Regierung ist der Staatsrat, die Legislative ist der Nationale Volkskongress vor, dessen 3.000 Mitglieder einmal im Jahr zu einem Plenum zusammentreffen und die wichtigsten Gesetze des Jahres verabschieden.

Auch wenn die Wirtschaftspolitik nicht mehr streng sozialistisch zu nennen ist, hält die Partei an typischen Strukturen und Symbolen eines kommunistischen Systems fest. Wirkliche politische Reformen hin zu mehr Offenheit gab es nie. Internationale Organisationen prangern Menschenrechtsverletzungen sowie fehlende Freiheiten an - etwa mangelnde Presse- oder Versammlungsfreiheit. China unterhält zudem das weltweit größte System zur Zensur des Internet.

China: Bevölkerung und Sprache

China ist das bevölkerungsreichste Land der Welt und hat etwa 1,4 Milliarden Einwohner. Aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums ab 1949 führte der Staat ab 1979 eine rigide Ein-Kind-Politik ein, die jedem Ehepaar nur ein Kind erlaubte. Mittlerweile wurde die Politik aufgrund der Überalterung der Gesellschaft etwas gelockert: Eltern dürfen wieder zwei Kinder haben.

Die chinesische Bevölkerung setzt sich aus 56 offiziell anerkannten Ethnien zusammen. Die wichtigsten im Überblick (Stand 2010):

RangEthnieAnzahlAnteil an der Bevölkerung in Prozent
1Han1.220.844.52091,60
2Zhuang111.966.3498,4
3Hui16.926.3811,27
4Mandschu10.586.0870,79
5Uiguren10.387.9850,78

Insgesamt gibt es im Vielvölkerstaat China 297 Sprachen und Dialekte. Die wichtigste Sprache ist Mandarin, die von 900 Millionen Chinesen als Muttersprache gesprochen wird und die einzige Amtssprache ist. Weitere bedeutende Sprachen sind Wu, die Sprache der Küstenregion um Schanghai und Hangzhou, sowie Yue (Kantonesisch), die Sprache des Südens um Hongkong und Guangzhou.

China: Geografie und Städte

Als viertgrößter Staat der Welt verfügt China über eine abwechslungsreiche Geografie. Im Norden dominieren karge Steppen, im Westen ragen die Gipfel des Himalaja auf und im äußersten Süden ist das Klima schon tropisch. Der höchste Berg des Landes ist zugleich der höchste der Welt: Der 8.844 Meter hohe Mount Everest (Qomolangma auf Chinesisch) liegt auf der Grenze zu Nepal. Der Jangtse ist der drittlängste Fluss der Welt und durchzieht China auf 6.300 Kilometern Länge von Westen nach Osten.

Die größten Städte Chinas sind Shanghai und Peking mit jeweils heute mehr als 20 Millionen Einwohnern. Auf Platz drei und vier folgen Guangzhou und Shenzhen, die großen Metropolen des Südens. Die fünftgrößte Stadt ist die Hafenmetropole Tianjin bei Peking. Alle drei haben weit über zehn Millionen Einwohner.

Guangzhou und Shenzhen bilden mit Hongkong und anderen kleineren Städten im Delta des Perlflusses eine Megalopolis mit über 60 Millionen Einwohnern. Die Region gilt als wirtschaftliches Herz von China.

Ausländische Touristen besuchen vor allem die Hauptstadt Peking mit einzigartigen Attraktionen wie der Verbotenen Stadt und der nahen Chinesischen Mauer, sowie die weltoffene Hafenstadt Shanghai.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Feng Jun/SIPA Asia via ZUMA Wire/dpa | Feng Jun