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Die Mutter von Michail Chodorkowski, Marina (rechts), seine Frau Inna (links) und seine Tochter Anastasia (Mitte) verbringen mit dem ehemaligen Öl-Milliardär Weihnachten in Berlin - das erste gemeinsame nach zehn Jahren. 

Weihnachten mit der Familie

Chodorkowski beantragt Schweiz-Visum

Berlin - Der freigelassene Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski feiert erstmals nach zehn Jahren gemeinsam mit seiner Familie Weihnachten. Im neuen Jahr reist er in die Schweiz.

Erstmals seit zehn Jahren wird Chodorkowski an Weihnachten wieder mit seiner ganzen Familie zusammenkommen. Seine Frau Inna und die drei Kinder der beiden würden noch am Heiligabend in Berlin erwartet, sagte ein Sprecher Chodorkowskis der Nachrichtenagentur dpa. Die Familie wolle in Berlin Weihnachten verbringen und das Neujahrsfest feiern, sagte der Sprecher. Der 28-jährige Sohn aus erster Ehe, Pawel, ist bereits in der Hauptstadt. Seine 22-jährige Tochter Nastja hatte der 50-Jährige zuletzt im September getroffen.

Der aus dem Straflager entlassene Ex-Öl-Milliardär hat am Dienstag ein Drei-Monats-Visum bei der Schweizer Botschaft in Berlin beantragt. Im Januar werde Chodorkowski in die Schweiz reisen. Dort gehen Gleb und Ilja, die beiden 14-jährigen Zwillingssöhne des ehemaligen Öl-Milliardärs, zur Schule. Auch seine zweite Ehefrau Inna ist dort ansässig. „Es ist aber noch keine Entscheidung getroffen worden für irgendwelche langfristigen Pläne“, fügte ein Sprecher hinzu. Inhaber eines Schengen-Visums können sich in den 26 Staaten des Abkommens, zu dem die Schweiz gehört, bis zu 90 Tage pro Halbjahr aufhalten.

Der jahrelang inhaftierte 50-Jährige war vergangene Woche von Staatschef Wladimir Putin begnadigt worden und am Freitag nach Berlin ausgereist.

Chodorkowski: Pussy-Riot-Freilassung ist "human"

Moskau (dpa) - Der von Kremlchef Wladimir Putin begnadigte Ex-Öl-Milliardär Michail Chodorkowski hat die vorzeitige Haftentlassung der zwei Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot gelobt. „Die Freilassung von politischen Gefangenen macht die Machthaber wenigstens ein bisschen humaner“, teilte der 50-Jährige auf seiner Internetseite am Dienstag mit. „Ich weiß, dass die vergangenen Monate für Sie eine echte Hölle waren“, hieß er in der Mitteilung des nach Berlin emigrierten früheren Putin-Kritikers.

Im Gegensatz zu den Künstlerinnen hatte Chodorkowski sich von Putin begnadigen lassen. Die nach einer Protestaktion gegen den Kremlchef zu zwei Jahren Straflager verurteilten Frauen Nadeschda Tolokonnikowa (24) und Maria Aljochina (25) hatten ein Gnadengesuch abgelehnt. Die wegen Rowdytums verurteilten Aktivistinnen kamen nun im Zuge einer Massenamnestie frei - vor ihrem Haftende im März.

„Und bin froh zu erfahren, dass die Misshandlung, die eines europäischen Landes des 21. Jahrhunderts unwürdig ist, nun beendet ist“, hieß es in Chodorkowskis Mitteilung. „Das Wichtigste ist jetzt wahrscheinlich, in sich selbst die Kraft zu finden, um im Herzen nicht Hass und Bitterkeit zu bewahren nach diesen schweren Prüfungen der Gefängnishaft.“

afp/dpa

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