1 von 16
Am 14. November 2013 muss sich Ex-Bundespräsident Christian Wulff vor dem Landgericht Hannover verantworten. Angeklagt ist auch sein Freund David Groenewold: Der Filmproduzent soll dem Politiker während seiner Amtszeit Vorteile gewährt haben.
2 von 16
Schlechter konnte es für den Politiker kaum laufen: Job verloren, Trennung von seiner Ehefrau, und nun muss er auch noch vor Gericht seine Unschuld beweisen. Dass es dem 54-Jährigen zuletzt nicht gut ging, konnte man sehen - wenn man ihn denn öffentlich sah. Abgemagert war er, wirkte müde.
3 von 16
Wulff war mit 51 Jahren der jüngste Bundespräsident, der ins Amt kam. Und 19 Monate später verließ er das Schloss Bellevue nach der kürzesten Amtsperiode eines Staatsoberhaupts der Bundesrepublik. Er war nach Horst Köhler der zweite Präsident, der vorzeitig zurücktrat.
4 von 16
Unvorstellbar schien dies bei seiner Wahl vor gut drei Jahren. Allerdings verlief schon der Beginn dieser kurzen Amtszeit unrund. Erst nach stundenlanger Zitterpartie und drei Wahlgängen war am 30. Juni 2010 klar, dass der damalige niedersächsische CDU-Ministerpräsident ins Präsidentenamt wechseln konnte. Kanzlerin Angela Merkel setzte ihn durch.
5 von 16
Am 2. Juni 2010 wurde er vor Bundesrat und Bundestag von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) vereidigt. Gemäß Artikel 56 des Grundgesetzes schwört der Bundespräsident in seinem Amtseid, dass er "seine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren" und "Schaden von ihm wenden" wird.
6 von 16
Seine Herkunft aus kleinen Verhältnissen und einer schwierigen Familie habe Wulff geprägt, hieß es oft. Vielleicht habe dies auch den Hang zu großzügigen Freunden wie dem Unternehmer Carsten Maschmeyer oder dem Filmproduzenten David Groenewold begünstigt. Am Ende leitete ein Privatkredit für das Wulff-Haus in Burgwedel bei Hannover die Affären ein, die zum Rücktritt führten.
7 von 16
Rückblende: 2011 wurden Vorwürfe laut, im Vorjahr habe der damalige Ministerpräsident vor dem niedersächsischen Landtag eine Anfrage zu seinen Finanzen unzureichend beantwortet - die sogenannte "Kreditaffäre" schlug hohe Wellen. Als Wulff daraufhin versuchte, die Berichterstattung über den Fall zu verzögern, schlug die darauffolgende "Medienaffäre" noch höhere Wellen.
8 von 16
Unter wachsendem Druck erklärte Wulff am 17. Februar 2012 "wegen geschwundenen Vertrauens" seinen Rücktritt, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität beantragt hatte.

Ex-Bundespräsident Christian Wulff vor Gericht: Hintergründe zum Prozess

Hannover - Christian Wulff vor Gericht

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Amri-U-Ausschuss soll Fehler aufklären
Überlebende und Opfer-Angehörige haben nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt noch immer viele Fragen. Etliche denken inzwischen, dass der Anschlag hätte …
Amri-U-Ausschuss soll Fehler aufklären
Trump sucht Anti-Terror-Allianz mit Muslimen
Die Verbreitung von Demokratie und Menschenrechten in der arabischen Welt - mit diesem Konzept seiner Vorgänger möchte US-Präsident Trump nichts zu tun haben. Er will, …
Trump sucht Anti-Terror-Allianz mit Muslimen
Militär besetzt deutsche Kolonie in Venezuela
50 Tage wird in Venezuela schon demonstriert, immer mehr Menschen begehren gegen den Lebensmittelmangel und eine drohende Diktatur auf. In einer deutschen …
Militär besetzt deutsche Kolonie in Venezuela
Bilder: Erster Auslandsbesuch von Donald Trump
Als er mit seiner Frau Melania aus der Air Force One stieg, ließ sich Donald Trump den Druck durch die heimischen Probleme nicht anmerken. Dabei wird die Reise ins …
Bilder: Erster Auslandsbesuch von Donald Trump

Kommentare