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Am 14. November 2013 muss sich Ex-Bundespräsident Christian Wulff vor dem Landgericht Hannover verantworten. Angeklagt ist auch sein Freund David Groenewold: Der Filmproduzent soll dem Politiker während seiner Amtszeit Vorteile gewährt haben.
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Schlechter konnte es für den Politiker kaum laufen: Job verloren, Trennung von seiner Ehefrau, und nun muss er auch noch vor Gericht seine Unschuld beweisen. Dass es dem 54-Jährigen zuletzt nicht gut ging, konnte man sehen - wenn man ihn denn öffentlich sah. Abgemagert war er, wirkte müde.
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Wulff war mit 51 Jahren der jüngste Bundespräsident, der ins Amt kam. Und 19 Monate später verließ er das Schloss Bellevue nach der kürzesten Amtsperiode eines Staatsoberhaupts der Bundesrepublik. Er war nach Horst Köhler der zweite Präsident, der vorzeitig zurücktrat.
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Unvorstellbar schien dies bei seiner Wahl vor gut drei Jahren. Allerdings verlief schon der Beginn dieser kurzen Amtszeit unrund. Erst nach stundenlanger Zitterpartie und drei Wahlgängen war am 30. Juni 2010 klar, dass der damalige niedersächsische CDU-Ministerpräsident ins Präsidentenamt wechseln konnte. Kanzlerin Angela Merkel setzte ihn durch.
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Am 2. Juni 2010 wurde er vor Bundesrat und Bundestag von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) vereidigt. Gemäß Artikel 56 des Grundgesetzes schwört der Bundespräsident in seinem Amtseid, dass er "seine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren" und "Schaden von ihm wenden" wird.
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Seine Herkunft aus kleinen Verhältnissen und einer schwierigen Familie habe Wulff geprägt, hieß es oft. Vielleicht habe dies auch den Hang zu großzügigen Freunden wie dem Unternehmer Carsten Maschmeyer oder dem Filmproduzenten David Groenewold begünstigt. Am Ende leitete ein Privatkredit für das Wulff-Haus in Burgwedel bei Hannover die Affären ein, die zum Rücktritt führten.
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Rückblende: 2011 wurden Vorwürfe laut, im Vorjahr habe der damalige Ministerpräsident vor dem niedersächsischen Landtag eine Anfrage zu seinen Finanzen unzureichend beantwortet - die sogenannte "Kreditaffäre" schlug hohe Wellen. Als Wulff daraufhin versuchte, die Berichterstattung über den Fall zu verzögern, schlug die darauffolgende "Medienaffäre" noch höhere Wellen.
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Unter wachsendem Druck erklärte Wulff am 17. Februar 2012 "wegen geschwundenen Vertrauens" seinen Rücktritt, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität beantragt hatte.

Ex-Bundespräsident Christian Wulff vor Gericht: Hintergründe zum Prozess

Hannover - Christian Wulff vor Gericht

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