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Christine Haderthauer

Große Sorge um Ministerin

Christine Haderthauer in Klinik

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Ingolstadt - Schock in der Staatsregierung: Ministerin Christine Haderthauer ist offenbar kurz vor einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Die innere Halsschlagader hat sich bedenklich verengt. Die CSU-Politikerin konnte offenbar gerade rechtzeitig noch behandelt werden. Sie wird mindestens zwei Wochen krankgeschrieben, bestätigte ein Staatskanzlei-Sprecher dem Münchner Merkur: „Es ist reine Glückssache, dass das so glimpflich verlaufen ist.“

Haderthauer hatte seit einigen Tagen schwere Kopf- und Gesichtsschmerzen. Im rechten Ohr trat ein „Strömungsgeräusch“ auf und verschwand nicht mehr. Die Staatskanzleichefin dachte zunächst an eine lästige, aber nicht lebensgefährliche Stirnhöhlenentzündung. Eine Untersuchung beim Arzt ergab, dass die Halsschlagader durch eine Ausbuchtung der Gefäßinnenwand eingeengt wurde. Die Diagnose sei sehr selten, sagte der Sprecher, sie komme eher bei jungen als bei älteren Menschen vor. Unbehandelt hätte das wohl zu einem Schlaganfall geführt. Die Ärzte wiesen Haderthauer sofort in eine Klinik ein.

Christine Haderthauer ist Ärzten dankbar für schnelles Handeln

Die Ministerin wird dort mit Gerinnungshemmern behandelt, um das akute Risiko zu senken. Ministerpräsident Horst Seehofer besuchte sie am Montag besorgt im Krankenhaus. An der Kabinettssitzung am Dienstag kann Haderthauer nicht teilnehmen. Alles weitere hänge vom Verlauf der Genesung ab, heißt es in ihrem Umfeld. Momentan brauche sie vor allem Ruhe. Sie sei den Ärzten „sehr dankbar für ihr schnelles und entschlossenes Handeln“.

Seehofer sagte am Abend, er rate Haderthauer zu einer Pause bis nach Ostern, auch wenn eine schnellere Rückkehr in die Staatskanzlei möglich wäre. Sie solle sich schonen und keinesfalls ärgern lassen von Nickligkeiten des Alltags. Seehofer hat mit gefährlichen Erkrankungen seine persönlichen Erfahrungen: 2002 wäre er fast an einer verschleppten Herzmuskelentzündung gestorben. Seehofer kennt auch Haderthauser Krankenzimmer: Behandelt wurde der CSU-Politiker damals, so erzählt er, im gleichen Raum.

Auch Vize-Ministerpräsidentin Ilse Aigner riet Haderthauer zur Ruhe. Sie wünsche ihr "baldige Genesung, wenig Telefonate und ein gutes Buch".

Christian Deutschländer / Philipp Vetter

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