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Die Ärzte verordnen Christine Haderthauer strikte Ruhe.

Halsschlagader verengt

Haderthauer: "Habe einen Riesen-Schutzengel"

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München - Die Ärzte verordnen Christine Haderthauer strikte Ruhe - sie will gehorchen. "Ich werde mich die nächste Zeit zurückhalten", verspricht die Staatskanzleichefin vom Krankenbett aus.

Die 51-Jährige war wegen starker Schmerzen im Gesicht und mit Ohrensausen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sie hatte zunächst eine Stirnhöhlenentzündung vermutet - ein Irrtum: Die Intensiv-Behandlung rettete sie offenbar vor einem Schlaganfall. Die innere Halsschlagader war bereits gefährlich verengt. Meistens wird das erst nach einem Schlaganfall bemerkt, der zu massiven Behinderungen führen kann. "Ich habe großes Glück und einen Riesen-Schutzengel gehabt", schreibt die CSU-Politikerin auf Facebook. "Das zeigt einem deutlich, dass das Leben nicht ausrechenbar ist."

Die Ärzte hatten im Kernspin eine Ausbuchtung der Gefäßinnenwand festgestellt. Die Diagnose gilt als sehr selten, die Ursachen sind nach Angaben eines Staatskanzlei-Sprechers nicht bekannt. Haderthauer betont, das sei selten und habe "nichts mit Stress oder Überlastung zu tun gehabt, sondern das kann jedem passieren". Wenn sie sich nun zurückhalte und schone, "bin ich danach wieder wie neu, sagen die Ärzte". Sie müsse nun "vernünftig sein".

Sich zu schonen, zählt erfahrungsgemäß nicht zu den größten Talenten von Politikern - sie halten sich für unersetzlich. Rückendeckung ihres Chefs hat die Ministerin aber. Regierungschef Horst Seehofer eilte am Montag ans Krankenbett und ermunterte Haderthauer, sie solle erst nach Ostern wieder voll ihre Arbeit aufnehmen. Seehofer hat seine eigenen Erfahrungen mit unterschätzten, spät erkannten Erkrankungen: Vor zwölf Jahren wäre er fast an einer verschleppten Herzmuskelentzündung gestorben.

Das Kabinett tagte am Dienstag ohne die Ministerin in München und ließ Haderthauer auch Genesungswünsche übermitteln. Für die Pressekonferenz am Ende - eigentlich Haderthauers Aufgabe - sprang Vize-Ministerpräsidentin Ilse Aigner ein. "Baldige Genesung, wenig Telefonate und ein gutes Buch", ließ sie der Kollegin als gute Wünsche übermitteln.

Als Staatskanzleichefin ist Haderthauer Seehofers rechte Hand im Regierungsmanagement und koordiniert die bayerische Politik im Bundesrat. Über die dringenden laufenden Geschäfte der Regierung dürfte sie sich auch am Krankenbett weiter unterrichten lassen, aber nur in seltenen Fällen eingreifen.

Christian Deutschländer

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