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Lambrecht-Rücktritt? Umfrage zeigt Mehrheit dafür - Scholz will an Ministerin festhalten

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Von: Linus Prien

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Bundeskanzler Olaf Scholz verteidigt seine in der Kritik stehende Ministerin Christine Lambrecht. Einer neuen Umfrage zufolge wollen über die Hälfte der Deutschen ihren Rücktritt.

Berlin - Die Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht hat gegenwärtig keinen guten Stand. Die SPD-Politikerin ist aufgrund einer Reise mit einem Regierungshubschrauber, an der ihr Sohn teilnahm, in die Kritik geraten. Jetzt hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz vor seine Verteidigungsministerin gestellt. Auf die Frage, ob sie eine Belastung für seine Regierung sei, sagte Scholz in einem am Samstag veröffentlichten Interview dem Nachrichtenportal t-online: „Ich bin sehr sicher: Wenn man in drei Jahren auf die Wahlperiode zurückblickt, wird es heißen: Sie ist die Verteidigungsministerin, die dafür gesorgt hat, dass die Bundeswehr endlich ordentlich ausgestattet ist.“ Auf die Feststellung, dass dies eine kühne Prognose sei, entgegnete der Kanzler: „Nein“.

Christine Lambrecht: Sohn fliegt im Regierungshubschrauber in den Urlaub

Lambrecht hatte in einem Regierungshubschrauber zu einem Truppenbesuch in Norddeutschland Mitte April ihren 21-jährigen Sohn mitgenommen, ohne dass dieser an dem Militärbesuch selbst teilnahm. Am nächsten Tag und nach einer Hotelübernachtung ging es mit Auto und Personenschützern auf die nahe Insel Sylt. Lambrecht hatte am Mittwoch Verständnis für öffentliche Kritik an dem Mitflug geäußert. Zugleich kündigte sie Konsequenzen an, damit solche Vorwürfe künftig nicht mehr möglich seien. Details nannte sie nicht. Das Verteidigungsministerium hatte darauf verwiesen, dass Lambrecht den Flug regelkonform beantragt und die Kosten voll übernommen habe.

Christine Lambrecht: Klingbeil stellt sich hinter die Verteidigungsministerin

SPD-Generalsekretär Klingbeil sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Lambrecht „ist Verteidigungsministerin und sie bleibt es“. Sie müsse jetzt die Kehrtwende bei der Bundeswehr schaffen, die 16 Jahre lang heruntergewirtschaftet worden sei. Klingbeil betonte, Lambrecht habe sich bei der Organisation ihres Urlaubs an die Vorschriften gehalten. „Es ist völlig legitim, dass Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker auch mal vier freie Tage haben. Richtig im Urlaub ist man sowieso nie.“ Ein Grund für die Rückendeckung der SPD-Parteispitze könnte unter anderem die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen sein. Nachdem bereits Anne Spiegel ihr Amt aufgeben musste, könnte ein weiterer Rücktritt der amtierenden Ampel-Regierung Schaden zufügen.

Christine Lambrecht: Laut Umfrage wollen über die Hälfte der Deutschen Lambrechts Rücktritt

In einer repräsentativen Insa-Umfrage für die Bild-Zeitung sprach sich eine Mehrheit von 55 Prozent der Befragten für einen Rücktritt Lambrechts aus. An der Umfrage nahmen 1001 Befragte teil. 19 Prozent der Befragten war hingegen nicht der Ansicht, dass sie als Verteidigungsministerin zurücktreten sollte. In einer repräsentativen Civey-Umfrage für den Fernsehsender Welt gaben 48 Prozent der Befragten an, in ihren Augen seien Rücktrittsforderungen an Lambrecht nicht gerechtfertigt. (lp/dpa/AFP)

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