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Christoph Hillenbrand soll neuer Präsidentdes Rechnungshofs werden

Vom Asyl-Manager zum obersten Prüfer

Hillenbrand soll Chef des Rechnungshofes werden

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München – Er managte die Hochwasserkatastrophe und zuletzt den Flüchtlingsansturm auf München. Nun soll Christoph Hillenbrand Präsident des Obersten Rechnungshofes werden.

Vieles kann Christoph Hillenbrand nicht mehr erschrecken. Er hat in seiner Zeit als Pressesprecher des Innenministers Geiselnahmen erlebt. Er hat später als Oberbayerns Regierungspräsident die Hochwasserkatastrophe managen müssen und unlängst den plötzlichen Flüchtlingsansturm in München. Die Notsituation am Hauptbahnhof regeln zu müssen, machte ihn über Bayern hinaus bekannt. „Extremlagen“, pflegt er sowas in seinem nüchternen Behördendeutsch zu nennen. Nun kommt mal eine extreme Dauer-Aufgabe auf ihn zu.

Hillenbrand, 58, ist als neuer Präsident des Obersten Rechnungshofs (ORH) auserkoren. Das ist jene Behörde, die komplett weisungsunabhängig vom Rest des Staatsapparats jedem Amt auf die Finger schaut, dazu Staatsbeteiligungen wie dem Flughafen und sogar dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Wo zu viel Geld ausgegeben wird, schlägt der ORH (auch öffentlich) Alarm. Keine andere Behörde in Bayern ist so gefürchtet wie die Kollegen aus der Münchner Kaulbachstraße.

Vorgeschlagen wird der Präsident von der Staatsregierung, gewählt vom Landtag, ist dann für zwölf Jahre unantastbar. Man wolle Hillenbrand, bestätigen mehrere Minister. Intern sei man sich einig, bis zu einer der nächsten Kabinettssitzungen seien noch die Formalien zu klären.

Amtsinhaber Heinz Fischer-Heidlberger erreicht seine zwölf Jahre im Juni, Verlängerung unmöglich. Die heute und morgen im Landtag laufende kontroverse Beratung des ORH-Jahresberichts ist für ihn gerade eine Art Finale. Der scheidende Präsident hat sich einen Ruf als unbequemer Prüfer erarbeitet; legendär ist, wie 2014 Horst Seehofer über ihn schimpfte, CSU-ler im Zorn sogar die Verlagerung des ORH nach Wunsiedel anregten. Neulich rumpelte Fischer-Heidlberger auch mit dem BR zusammen, von dem er gesteigerten Spareifer verlangt. Die Geprüften sind anfangs meist wenig einsichtig, der ORH bleibt hart.

Der Verdacht liegt nahe, dass mit Hillenbrand nun ein willfähriger Katzbuckler ausgewählt wurde – wäre aber falsch. Hillenbrand ist zwar ein klassischer Karrierebeamter, der Jurist arbeitete sich vom Posten als Referent in der Oberfinanzdirektion hoch bis zum Abteilungsleiter „Richtlinien“ in der Staatskanzlei. Zeitgenossen erzählen aber, er pflege intern stets eine Kultur des Widerspruchs. „Er redet einem nie nach dem Mund“, sagt Ex-Innenminister Günther Beckstein (CSU) über seinen (übrigens parteilosen) Sprecher von damals.

Weil die Flüchtlingskrise vorübergehend entschärft scheint, könnte Hillenbrand wechseln, ohne einen Scherbenhaufen in der Regierung von Oberbayern zu hinterlassen. Seine Nachfolge ist offen. Warnhinweis: Der Job kann schnell wieder zur Extremlage werden. 

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