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AfD-Mann Chrupalla findet auf Kinderfrage nur peinliche Antwort: „Fällt mir jetzt gar keins ein“

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Von: Cindy Boden

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AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla (l.) und Kinderreporter Alexander
„Logo!“-Kinderreporter-Interview mit AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla © Screenshot: ZDF/logo!-Kinderreporter-Interview mit Tino Chrupalla

Der AfD-Vorsitzende Chrupalla weiß bei einer Gedicht-Frage eines Kinderreporters keine Antwort. Zuvor spricht er sich für mehr deutsches Kulturgut in Schulen aus.

Berlin - Lyrische Werke in der Schule auswendig lernen: Die einen steckten ihr Herzblut hinein, für andere war es ein Albtraum. Einige können sich womöglich an die „Mondnacht“ von Joseph von Eichendorff oder den „Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe erinnern.

„Logo!“-Kinderreporter Alexander hat nun den AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla in seinem ZDF-Interview ziemlich ins Schwitzen gebracht, als er eine Frage zur Welt der Gedichte stellte. Doch erst einmal zu den Hintergründen: Der Reporter wollte wissen, was die AfD eigentlich damit meint, wenn sie an den Schulen mehr deutsches Kulturgut einführen will. „Wir möchten, dass wieder mehr deutsche Volkslieder gelehrt werden, dass deutsche Gedichte gelernt werden, dass wir unsere deutschen Dichter und Denker wieder mehr in den Schulen würdigen“, entgegnet Chrupalla.

Tino Chrupalla beim „logo!“-Kinderreporter: „Da müsste ich jetzt überlegen, fällt mir jetzt gar keins ein“

Ganz so schlüssig scheint Alexander das nicht zu finden: „Ich finde, wir müssen schon relativ viele Gedichte auswendig lernen.“ Deshalb will er einfach mal das Lieblingsgedicht des Politikers wissen. Doch da muss Chrupalla erst einmal überlegen, schaut sichtlich verunsichert zur Seite. „Mein Lieblingsgedicht ist ... ähm ... Da muss ich, da müsste ich jetzt überlegen, fällt mir jetzt gar keins ein.“ „Nicht?“, fragt Alexander lieber noch einmal nach. „Nein.“

„Vielleicht Ihr Lieblingsdichter?“ Da kommt Chrupalla schneller ein Name in den Sinn: „Heinrich Heine.“ Auch in anderen Momenten machte es der Kinderreporter dem AfD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl nicht leicht: So sollte er etwa die Bedeutung von „cringe“ (fremdschämen) erklären, die Chrupalla jedoch nicht wusste, „Volksentscheide“ kinderfreundlich erläutern und das Wort „Bundeskanzlerin“ zeichnerisch umsetzen.

Bundestagswahl 2021: Spitzenkandidaten stellen sich Fragen von Kinderreportern

Auch die Spitzenkandidaten der anderen Parteien - von Armin Laschet (CDU) über Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne), Christian Lindner (FDP), Markus Söder (CSU) bis hin zu Janine Wissler (Linke) - stellten sich kurz vor der Bundestagswahl am 26. September in drei- bis vierminütigen Interviews den Kinderreportern von „logo!“ Und waren nicht immer sicher bei Fragen zur Jugendsprache.

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Spott im Netz wegen (Nicht)-Antwort von Chrupalla zu seinem Lieblingsgedicht

Das Video ist bei ZDF schon seit ein paar Tagen zu finden. Doch nun gibt es im Netz für Chrupallas Aussagen Spott und Häme. „Es ist wie Sarah Palin nach ihrer Zeitungslektüre zu fragen. Oder Donald Trump nach seiner liebsten Bibelstelle“, schreibt ein Redakteur vom Spiegel. „Wer reitet so spät durch Wind und Nacht, es ist der Chrupalla gebt gut auf euch acht“, dichtet ein anderer. Der Jung-Reporter wird vielfach für sein Nachhaken gelobt.

Aber es gibt vereinzelt auch Zuspruch zu Chrupallas Forderung: „Alle, die jetzt rumgrölen, weil Chrupalla kein Lieblingsgedicht hat, können vermutlich augenblicklich eines nennen? 1. ist das vollkommen irrelevant und 2. hat der Mann recht: Natürlich ist es wichtig, dass mehr deutsche Gedichte in der Schule gelehrt werden“, schreibt jemand bei Twitter, dessen Profilbeschreibung den Leitspruch der AfD-Kampagne enthält. (cibo/dpa)

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