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Ein von Wikileaks veröffentlichter Bericht zeigt die Praxis des CIA, einzelne Personen auch gezielt zu töten.

Brisante Einblicke

CIA-Bericht zur gezielten Tötung veröffentlicht

Langley - Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat einen geheimen CIA-Bericht zur gezielten Tötung von feindlichen Kämpfern veröffentlicht.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat einen geheimen CIA-Bericht zur gezielten Tötung von feindlichen Kämpfern veröffentlicht. Die Einsätze gegen hochrangige Zielpersonen hätten in Afghanistan nur einen "geringen" Effekt erzielt, hieß es in einem am Donnerstag von Wikileaks veröffentlichten internen Bericht des US-Geheimdienstes. Es bestehe sogar die Gefahr, den Rückhalt für die Aufständischen durch gezielte Tötungen zu stärken.

Drohnenangriffe oder auch die Gefangennahme von Anführern könnten Rebellengruppen zwar schwächen und zu ihrer Spaltung führen, erklären die CIA-Experten in ihrer 18-seitigen Analyse. In dem Bericht wird aber auch vor den negativen Folgen derartiger Einsätze gewarnt: Die Angriffe könnten die Solidarität der einheimischen Bevölkerung mit den Aufständischen erhöhen und die verbliebenen Kämpfer radikalisieren. Zudem könnten die Rebellen dadurch gezwungen werden, ihre Strategie zu ändern, was ihnen letztlich zu Gute kommen könnte.

In Afghanistan erwiesen sich die Angriffe auf verfeindete Anführer nach Einschätzung der CIA nur als begrenzt wirkungsvoll. "Die Taliban haben insgesamt eine große Fähigkeit, tote Anführer zu ersetzen", schreiben die Experten. Auch die Führung des Islamistennetzwerks Al-Kaida im Irak sei durch die Einsätze nicht entscheidend geschwächt worden.

Erfolgreich sei die Taktik hingegen in Bezug auf Al-Kaida-Chef Osama bin Laden gewesen, befanden die CIA-Experten. Dieser sei gezwungen worden, sich in ein abgelegenes Versteck zurückzuziehen und die Kommunikation mit seinen Kämpfern auf ein Minimum zu reduzieren. Bin Laden wurde schließlich im Mai 2011 von einer US-Spezialeinheit im pakistanischen Abbottabad getötet.

Der Bericht wurde im Juli 2009 im Auftrag des damaligen CIA-Direktors Leon Panetta erstellt, wenige Monate bevor US-Präsident Barack Obama im Kampf gegen die Taliban und Al-Kaida eine Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan anordnete, um das Ende des Krieges zu beschleunigen. Bewaffnete Drohnen gehören seit Jahren zum Arsenal der US-Armee und des US-Auslandsgeheimdienstes CIA im Kampf gegen den Terrorismus. Obama weitete die Angriffe mit den unbemannten Flugzeugen in seiner Amtszeit massiv aus, vor allem im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet und im Jemen.

Der Bericht gibt auch einen Überblick über die gezielte Bekämpfung von Aufständischen durch die Regierungen in Ländern wie Kolumbien, Israel oder Pakistan. Auch die Erfahrungen im Kampf gegen die Rebellenorganisation Leuchtender Pfad in Peru werden analysiert. In der Auseinandersetzung mit der maoistischen Gruppe leistete die Strategie demnach einen "entscheidenden" Beitrag. Der Leuchtende Pfad hatte sich 1992 nach der Festnahme seines Gründers und Anführers Abimael Guzmán und anderer Kommandeure aufgespalten.

Die CIA war zuletzt durch einen Bericht über ihre Folterverhöre in die Schlagzeilen geraten. Die 500 Seiten lange Zusammenfassung kam zu dem Schluss, dass die Verhörmethoden kaum brauchbare Geheimdiensterkenntnisse lieferten.

Wikileaks hatte 2010 und 2011 hunderttausende geheime US-Militärdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlicht. Der Gründer der Plattform, Julian Assange, harrt seit zweieinhalb Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London aus, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen, wo er wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs verhört werden soll. Assange befürchtet nach eigenen Angaben, dass Schweden ihn anschließend an die USA überstellen könnte.

AFP

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