+
Millionen Amerikaner können es sich nicht leisten, krankheitsbedingt zu Hause zu bleiben, prangerte Clinton an. Foto: Shawn Thew

US-Wahlkampf

Clinton ist wieder fit - und Trump "ein bisschen zu dick"

Sie ist wieder da. Hillary Clinton nutzt die Rückkehr in den Wahlkampf, um die Probleme des amerikanischen Gesundheitssystems anzuprangern. Trump macht unterdessen seine Cholesterinwerte öffentlich.

Update vom 26. September 2016: Wenn sich Hillary Clinton und Donald Trump zum 1. TV-Duell treffen, sind wir im Live-Ticker für Sie mit dabei.

Greensboro (dpa) - Hillary Clinton hat ihre krankheitsbedingte Pause beendet und ist wieder in den Wahlkampf eingestiegen. Es sei ein Geschenk gewesen, mal eine Auszeit zu haben, sagte die 68-Jährige in Greensboro (North Carolina).

"Selbst ich musste mir eingestehen, dass ein bisschen Ruhe wahrscheinlich mal gut tut." Sie habe die Zeit genutzt, um nachzudenken. "Es hat mir geholfen, mich darauf zu besinnen, worum es bei dieser Kampagne geht."

Die demokratische Präsidentschaftskandidatin nutzte den Auftritt, um die Probleme des amerikanischen Gesundheitssystems anzuprangern. Millionen Amerikaner könnten es sich nicht leisten, krankheitsbedingt nicht zur Arbeit zu gehen, sagte sie. Viele hätten zudem noch immer keine Krankenversicherung, weil es zu teuer sei.

Clinton hatte am Wochenende eine Gedenkfeier frühzeitig verlassen. Später wurde bekannt, dass bei ihr bereits am Freitag eine Lungenentzündung diagnostiziert worden war. Daraufhin musste sie sich Vorwürfe gefallen lassen, nicht transparent gehandelt zu haben. Das Trump-Lager nährt zudem schon seit Wochen Spekulationen, Clinton sei in Wirklichkeit schwer krank.

Die 68-Jährige veröffentlichte schließlich ein Attest ihrer Ärztin, das ihr bescheinigt, gesundheitlich fit für das Präsidentschaftsamt zu sein.

Ihr republikanischer Gegenkandidat Donald Trump gab daraufhin ebenfalls Einblick in seine Gesundheitsakte. Wenig überraschend attestiert sein langjähriger Arzt Harold Bornstein dem 70-Jährigen, in "glänzender körperlicher Verfassung" zu sein. Er rauche nicht und trinke keinen Alkohol, habe einen leicht erhöhten Blutfettwert und sei mit 107 Kilogramm bei 1,90 Meter Körpergröße ein bisschen zu dick, heißt es in dem Brief des Arztes.

Insgesamt sei er aber völlig gesund. Er nehme ein paar Mittelchen gegen erhöhte Cholesterinwerte und vorsichtshalber eine niedrige Dosis Aspirin. Der Brief verschweigt mögliche Gesundheitsprobleme in der Vergangenheit und ist nur ein Ausschnitt aus der Gesundheitsakte.

Bornstein, eine schillernde Figur unter New Yorks Medizinern, hatte Trump in einem umstrittenen Brief bereits zuvor attestiert, der republikanische Kandidat wäre der "gesündeste Kandidat, der jemals in das Präsidentenamt gewählt werde". Später räumte Bornstein ein, diesen Brief habe er in nur fünf Minuten geschrieben, während vor der Praxistür Trump-Vertraute warteten.

Brief von Trumps Arzt (Englisch)

Videoclip via ABC

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Wir sind bereit": Kanadas Parlament legalisiert Cannabis
Schon im Wahlkampf hatte Kanadas liberaler Premierminister Trudeau die Legalisierung von Cannabis versprochen. Jetzt ist die letzte parlamentarische Hürde genommen. …
"Wir sind bereit": Kanadas Parlament legalisiert Cannabis
Merkel unter Druck: Italien sagt zu Flüchtlingsrücknahme No
Die Zeit ist knapp. Am Wochenende will Kanzlerin Merkel ausloten, mit wem sie bilaterale Abkommen zur Migration erreichen kann. Eines der wichtigsten Länder dabei stellt …
Merkel unter Druck: Italien sagt zu Flüchtlingsrücknahme No
Söder besucht Kurz: Auftritt der Merkel-Kritiker - mit Seitenhieb gegen die Kanzlerin
In Merkels Kanzleramt dürfte man es für den „Gipfel der Unverschämtheit“ halten: Ministerpräsident Söder und Kanzler Kurz tagen in Linz zum Thema Asyl.
Söder besucht Kurz: Auftritt der Merkel-Kritiker - mit Seitenhieb gegen die Kanzlerin
Von der Leyen lobt Freundschaft mit USA - Mattis die Steigerung des Bundeswehr-Etats
Es sind turbulente Tage in der Beziehung zwischen Deutschland und den USA. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bemüht sich vor Ort um versöhnliche Töne.
Von der Leyen lobt Freundschaft mit USA - Mattis die Steigerung des Bundeswehr-Etats

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.