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Der Wahlkampf zehrt nicht nur an Clintons Kräften. Foto: Peter Foley/Archiv

Clinton sagt Termine wegen Lungenentzündung ab

Der US-Wahlkampf ist in seiner heißesten Phase, das Rennen zwischen Clinton und Trump wieder enger geworden. Ausgerechnet jetzt muss die Demokratin offenbar tagelang wegen Krankheit pausieren. Für den Wahlkampf ihres Rivalen könnte sich das als nützlich erweisen.

New York (dpa) - Zwei Monate vor der US-Präsidentenwahl ist die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, an einer Lungenentzündung erkrankt. Das teilte ihre Ärztin Lisa Bardack am Sonntag laut Medienberichten mit.

Zuvor hatte Clinton eine Gedenkfeier zum 15. Jahrestag der Anschläge vom 11. September in New York wegen Unwohlseins vorzeitig verlassen müssen. Am späten Abend (Ortszeit) teilte Clintons Wahlkampf-Team demnach mit, eine für Montag und Dienstag geplante Reise der 68-Jährigen mit Auftritten in San Francisco und Los Angeles sei abgesagt worden.

Laut der Ärztin wurde die erst jetzt öffentlich gemachte Erkrankung bereits am Freitag festgestellt. Danach hatte Clinton abends noch an einer Veranstaltung zum Sammeln von Wahlkampfspenden teilgenommen. Am Sonntag war im Fernsehen ein Video zu sehen, das zeigte, wie die Ex-Außenministerin nach Verlassen der Gedenkfeier wankte und beim Einsteigen in ein Auto gestützt werden musste.

Die Diagnose dürfte Wasser auf die Mühlen ihres republikanischen Rivalen Donald Trump (70) sein: Er hatte wiederholt angedeutet, dass Clinton auch aus gesundheitlichen Gründen ungeeignet sei, die Präsidentschaft zu übernehmen - ohne dies aber in irgendeiner Form zu belegen.

Der Demokratin macht im Wahlkampf auch der Vorwurf zu schaffen, dass sie verschwiegen und nicht vertrauenswürdig sei - Kritiker könnten sich angesichts der späten Informierung der Öffentlichkeit darin bestätigt fühlen.

Insgesamt liegt Clinton in Umfragen zwar vor Trump, aber ihr Vorsprung ist in den vergangenen Wochen geschrumpft.

In der Mitteilung der Ärztin heißt es Medienberichten zufolge, Allergien hätten bei der Kandidatin hartnäckigen Husten verursacht. Bei einer Nachuntersuchung am Freitag sei dann die Lungenentzündung festgestellt worden. Clinton werde mit Antibiotika behandelt. Ihr sei zudem geraten worden, "sich auszuruhen und ihre Terminplanung zu ändern".

Nach Angaben der Ärztin verließ Clinton die Gedenkveranstaltung, weil sie "überhitzt und dehydriert" gewesen sei. Danach sei ihr aber Flüssigkeit zugeführt worden, "und sie erholt sich gut". Auch das Wahlkampflager hatte zuvor Clintons Unwohlsein mit "Überhitzung" erklärt, sich aber über weitere Einzelheiten ausgeschwiegen.

Clinton wurde US-Medien zufolge von der Gedenkfeier am "Ground Zero" zunächst in die Wohnung ihrer Tochter Chelsea im Stadtteil Manhattan gebracht. Demnach kam sie 90 Minuten später wieder heraus. Den dort wartenden Reportern sagte sie: "Ich fühle mich toll." Dann kehrte Clinton in ihr eigenes Haus im mondänen Vorort Chappaqua zurück.

Video von Clinton beim Verlassen der Gedenkfeier

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