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Hillary Clinton  kündigte in ihrer Rede eine umfassende Modernisierung der US-Indstrie an.

US-Wahlkampf

Clinton hält Grundsatzrede, Trump spricht von Wahlniederlage

Washington - In ihrer mit Spannung erwarteten Grundsatzrede hat Hillary Clinton angekündigt, die Industrie umfassend zu modernisieren. Konkurrent Donald Trump äußerte sich zur Zeit nach einer möglichen Wahlschlappe. 

In einem Telefoninterview mit dem Sender CNBC sagte Trump: "Wenn es in 90 Tagen vorbei ist und nicht reicht, dann ist es ok. Und weiter: "Ich glaube, dass wir gewinnen, aber wir werden sehen. Entweder klappt es, oder ich mache einen sehr, sehr schönen, langen Urlaub."

Seine Gegnerin, die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, geriet in ihrer Grundsatzrede am Donnerstag dagegen in Fahrt: Sie bekräftigte ihr Vorhaben, nach Amtsantritt ein massives Konjunkturprogramm zu lancieren, das mehr als zehn Millionen neue Jobs schaffen soll. Ihrem Kontrahenten Donald Trump warf sie vor, einseitig die Reichen begünstigen zu wollen.

Rede im Schlüsselstaat Michigan

Clintons Rede war eine direkte Replik auf ihren republikanischen Rivalen Trump, der zu Wochenbeginn sein Wirtschaftsprogramm dargelegt hatte. Beide sprachen in Michigan, einem Schlüsselstaat bei Präsidentenwahl, in dem viele Menschen unter den Folgen der US-Industriekrise der vergangenen Jahrzehnte leiden.

Clinton bezeichnete es als "Mythos", dass Trump auf der Seite der kleinen Leute stehe und sich mit den "Reichen und Mächtigen" anlegen wolle. Vielmehr habe der Immobilienmogul vor, "Großkonzernen, Millionären und Finanzmanagern der Wall Street Steuererleichterungen in Billionenhöhe" zu verschaffen. Die Folge wäre, dass die Schulden explodieren würden und Einschnitte im Bildungswesen, der Gesundheitsversorgung und im Umweltschutz nötig wären, warnte die Demokratin.

Trump hatte die "größte Steuer-Revolution" seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan in den 80er Jahren angekündigt. Geplant ist eine drastische Senkung der Unternehmens- und Einkommensteuern. Clinton setzte dem ihr Investitionsprogramm entgegen, das mit einem Gesamtvolumen von 275 Milliarden Dollar (knapp 250 Milliarden Euro) das größte seit Ende des Zweiten Weltkriegs sein soll. Das Programm soll nach ihren Worten die kleinen Unternehmen stärken und den Arbeitsmarkt beflügeln.

Clinton: Verkehrs- und Leitungsnetz modernisieren

Clinton kündigte an, das Verkehrs- und Stromleitungsnetz modernisieren, die Produktion moderner Technik und Maschinen zu fördern und jedem Haushalt den Zugang zum Breitband-Internet zu verschaffen. Auch wolle sie die USA bei den Öko-Energien zur "Supermacht des 21. Jahrhunderts" machen, in diesem Sektor dürfe sich ihr Land nicht von China oder Deutschland abhängen lassen.

Die Demokratin hatte zuletzt in den Umfragen deutlich zugelegt. Die Website "RealClearPolitics" sieht sie im Schnitt der jüngsten Erhebungen bei 48 Prozent und Trump bei 40 Prozent. Der Rechtspopulist hatte sich zuletzt mit seinen harten Attacken selbst geschadet. So löste er Empörung mit einer zweideutigen Ansprache an Waffenfreunde aus, die von Kritikern als Aufruf zu einem Attentat auf Clinton gedeutet wurde. Trump bestritt dies im Nachhinein allerdings.

Clinton sagte dazu bereits am Mittwoch, ihr Kontrahent habe erneut "eine Grenze überschritten". Auch dieser Vorfall zeige, dass Trump charakterlich für das Präsidentenamt nicht tauge.

Der Immobilienmogul sorgte außerdem mit Äußerungen zum Islamischen Staat (IS) für Wirbel. Er bezeichnete Präsident Barack Obama als "Gründer" der Dschihadistenmiliz, weil er deren Aufstieg durch den Truppenabzug aus dem Irak ermöglicht habe. Clinton, die von 2009 bis 2003 Außenministerin war, sei die "Mitbegründerin" der Miliz. Clinton schrieb dazu auf Twitter, wer "so tief sinkt", dürfe nicht Oberbefehlshaber der Streitkräfte werden.

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