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2G-Regel und Corona-Impfpflicht für ausgewählte Berufe? Bayerns Söder bezieht klar Stellung

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Von: Patrick Mayer

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Stets klare Kante: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von der CSU.
Stets klare Kante: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von der CSU. © IMAGO / photothek

Eifrig werden in Deutschland wegen explodierender Corona-Zahlen eine Anwendung der 2G-Regel sowie eine Impfpflicht für einzelne Berufe diskutiert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder legt sich fest.

München - Die Pfeile aus München in Richtung Nordrhein-Westfalen (NRW) und Berlin. Entertainer Thomas Gottschalk (ZDF) sorgte beim Revival von „Wetten, dass ...“ für Lacher im Nürnberger Publikum, als er auf die Spitzen von CSU-Boss Markus Söder gegen den gescheiterten CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet anspielte.

Corona-Pandemie in Deutschland: Markus Söder (CSU) attackiert Jens Spahn (CDU)

Wer nun dachte, dass es das war mit Attacken aus Bayern gegen die größere Schwester im Bund nach dem miserablen Ergebnis der Union bei der Bundestagswahl 2021, der sieht sich getäuscht. Wegen der explodierenden Corona-Zahlen und der zugespitzten Lage auf den Intensivstationen erklärte Söder im Deutschlandfunk, dass es „völlig absurd“ sei, „ein Ende der epidemischen Lage auszurufen“. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU tut genau das.

Söder wiederum bezeichnete nun die Entscheidung Spahns als „Fehler“ und forderte erneut eine „einheitliche Abstimmung“ zwischen den Bundesländern. „Das haben wir doch in der Pandemie gesehen – gibt es keine regionale Corona-Entwicklung, sondern am Ende trifft es immer das ganze Land. Und für viele Menschen ist das verwirrend, wenn unterschiedliche Regelungen gelten“, meinte der 54-jährige Franke.

Corona-Lage in Deutschland: Markus Söder (CSU) richtet Forderung an Ampel-Koalition

Söder im Klartext-Modus. Das war der bayerische Ministerpräsident auch am Sonntagabend (7. November) bei „Anne Will“ in der ARD. So attackierte er Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt, die in der Sendung saß, während Söder aus München zugeschaltet war. „Frau Göring-Eckhardt, besonders viele Anhänger von ihnen, Heilpraktiker und Esoteriker“ seien unter den Querdenkern und Impfgegnern zu finden, meinte der CSU-Chef in scharfer Wortwahl.

Mit mehr 2G werden wir einen großen Schub haben.

Bayerns Markus Söder (CSU) zur Impfbereitschaft

Weiter stellte er Forderungen an die erwartete Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP im Bund: „Ich bitte die kommende Bundesregierung, das zu prüfen: In Österreich werden bereits Kinder geimpft.“ Schließlich unterbreitete er vor Millionenpublikum seine Standpunkte bei der Frage, ob in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen im Winter die 2G-Regel angewendet werden soll. „Dort, wo die Ampel auf Rot springt, wird das kommen“, sagte er. Just einen Tag später war es in seinem Bundesland, Bayern, soweit: die Corona-Ampel sprang auf Rot, die sogenannte Stufe 2 der Regel-Vorschläge des Robert-Koch-Instituts (RKI) trat in Kraft.

Markus Söder (CSU) spricht sich bei „Anne Will“ (ARD) für 2G-Regel und Impfpflicht aus

Söder verwies auf Österreich, dass beim deutschen Nachbarn durch die Anwendung der 2G-Regel die Impfbereitschaft wieder deutlich gestiegen sei. „Mit mehr 2G werden wir da einen großen Schub haben, schauen Sie nach Österreich“, meinte der Regierungschef aus München.

Damit nicht genug. Erstmals sprach sich Söder öffentlich entschieden für eine Impfpflicht für einzelne Berufe aus, wie sie etwa in Frankreich im Gesundheitswesen, bei der Feuerwehr und Gendarmerie gilt.

Im Video: Markus Söder attackiert Jens Spahn - Beendigung der Corona-Notlage ist „absurd“

„Eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, da wäre ich sehr dafür“, sagte Söder. Schon vor dem CSU-Politiker hatte SPD-Corona-Experte Karl Lauterbach für die Umsetzung der 2G-Regel plädiert, wonach nur noch Geimpfte und Genesene in Restaurants sitzen oder ins Kino gehen dürfen. Sachsen wendet diese Regelung als erstes Bundesland an.

„Wir müssen flächendeckend 2G erwägen. Insbesondere in Bereichen, wo man sich schnell ansteckt: Restaurants, Cafés, überall dort, wo größere Menschenmengen zusammenkommen“, sagte der Rheinländer Lauterbach dem ZDF. Jetzt gab es fränkisch-bayerische Unterstützung für die Maßnahme. Söder hat sich festgelegt. (pm)

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