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Corona-Zahlen schießen in die Höhe: Ärzteverband fordert Impfpflicht für Lehrer - und nicht nur für sie

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Von: Patrick Mayer

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Rostock: Im Intensiv- und Überwachungsbereich im Klinikum Südstadt wird eine Patientin medizinisch versorgt.
Rostock: Im Intensiv- und Überwachungsbereich im Klinikum Südstadt wird eine Patientin medizinisch versorgt. © Danny Gohlke/dpa

Schon wieder füllen sich in Deutschland die Intensivstationen mit Corona-Patienten. Ein Ärzteverbund pocht nun entschieden auf eine Impfpflicht für Lehrer und Pfleger.

München/Marburg - Die Corona-Zahlen schießen im kalten November in Deutschland wieder in die Höhe. Am Samstag, 6. November, wurden dem Robert-Koch-Institut RKI laut ARD-Tagesschau mehr als 34.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Bundesrepublik gemeldet.

Impfpflicht gegen Corona in Deutschland? Ärzteverband stellt Forderung an Politik

Ärztevertreter warnen demnach vor einer Überlastung der Intensivstationen, weil dort immer mehr Corona-Patienten behandelt würden. Insbesondere in Bayern müssten wegen Corona planbare Operationen wieder zurückgestellt werden, berichtet der Ärzteverband „Marburger Bund“. Vertreter des Verbandes fordern deshalb nun eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen* wie Pflegekräfte, medizinisches Personal, Lehrkräfte und Beschäftigte in Kitas.

Eine solche Impfpflicht gegen Corona gibt es hierzulande noch nicht. Im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich und Griechenland, zum Beispiel für Krankenhauspersonal. In Frankreich müssen sich etwa auch Feuerwehrleute oder Beamte der Gendarmerie gegen Corona impfen lassen. Bei Missachtung droht eine Suspendierung ohne Lohnfortzahlung. Der „Marburger Bund“ hält nun auch für Deutschland eine berufsbezogene Impfung für sinnvoll.

Impfpflicht gegen Corona in Deutschland? Umstrittenes Thema in der Coronavirus-Pandemie

„In Verantwortung für die Patientinnen und Patienten und Betreuten halten wir es für richtig, wenn sich Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal und Therapeuten impfen lassen“, sagte die Vorsitzende des größten deutschen Ärzteverbands, Susannne Johna, an diesem Samstag (6. November) im Gespräch mit Bayern 2.

Im Video: Corona in Deutschland - Virologen sehen 2G-Regel skeptisch

Der „Marburger Bund“ spricht sich zudem für eine Ausweitung der 2G-Regel* aus, die besagt, dass nur Geimpfte oder Genesene zum Beispiel an Veranstaltungen teilnehmen dürfen. Etwa in Kinos, in Museen oder in Restaurants würde eine Anwendung der 2G-Regel etwas gegen die Ausbreitung von Corona* bringen, meinte Johna, „deswegen wäre es gut aus unserer Sicht, diese auch flächendeckend umzusetzen“. Sowohl 2G als auch eine mögliche Impfpflicht für bestimmte Berufe polarisieren in Deutschland.

Im Sommer hatte der Deutsche Ethikrat Kritik an der Impfpflicht-Debatte geübt. Europas Ethikrat-Vorsitzende Christiane Woopen hatte indes der Rheinischen Post erklärt: „Eine Impfpflicht wäre nur im aller äußersten Notfall gerechtfertigt, wenn die gesundheitliche Situation völlig aus dem Ruder läuft. Und dann auch nur für bestimmte Berufsgruppen.“ (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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