Ausverkaufsstimmung: Der Lockdown hat viele Händler in Existenznöte gebracht.
+
Ausverkaufsstimmung: Der anhaltende Lockdown hat viele Händler in Existenznöte gebracht.

Hilfeschrei an Kanzlerin und Landeschefs

Corona-Gipfel: Große Ketten schlagen in Brandbrief Alarm - „Wir sterben nicht allein“

  • vonSabine Schmidt
    schließen

Schon vor dem Corona-Gipfel befindet sich der Einzelhandel in Aufruhr. Eine Initiative um Ketten wie Kik, Poco und Thalia hat einen Brandbrief verfasst.

München - Schon vor dem Corona-Gipfel am Montagnachmittag fordern Spitzenvertreter des deutschen Einzelhandels eindringlich Öffnungen. Eine evidenzbasierte und einheitliche Öffnungsstrategie sei nötig.

Die vor dem Start des Bund-Länder-Treffens durchgesickerten Beschlussvorlagen beinhalten zumindest für Regionen mit hoher Inzidenz Ausgangssperren, weitere Kontaktbeschränkungen und Schließungen. Problem sind die zu hohen Infektionszahlen, die sich dem vereinbarten Wert von 100 nähern. Geplant sind weiter Sonderregelungen für private Treffen zu Ostern und eine Verlängerung des Lockdowns bis um 18. April 2021.

Corona-Lockdown in Deutschland: Kik, Woolworth und Co. schreiben Brandbrief an Laschet

Vertreter des deutschen Einzelhandel haben sich zur „Initiative Zukunft Handel“ zusammengeschlossen und einen Appell unter anderem an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gerichtet. Beteiligt sind unter anderem die teils großen Handelsketten Kik, Thalia, Tedi, Siemes Schuhcenter, Woolworth, Poco, Roller, Takko, Ernsting’s Family, Jeans Fritz und Butlers.

In dem Schreiben, aus dem unter anderem das Portal Business Insider zitierte, spricht die Initiative von einem „Geschäfts- und Unternehmenssterben auf Raten“. Sie warnt: „Doch wir sterben nicht allein, mit der Vernichtung unserer Existenzen zerfallen auch die Innenstädte“. Der Handel sieht sich als ein Opfer der Pandemie-Politik. Laut der Initiative erfährt der Handel keine angemessene Berücksichtigung in den geplanten Bewältigungsstrategien.

Corona-Gipfel: Handel schlägt Alarm - und sieht sich als „das Herz der Innenstadt“

Die „Initiative Zukunft Handel“ hat in ihrem Aufruf auch konkrete Vorschläge für die Bund-Länder-Konferenz verschriftlicht. Sie schlägt eine Ausweitung und Entwicklung von „click und meet“ ohne Berücksichtigung von Inzidenzwerten vor. Auch die neue Sicherheits-App „Luca“ sehen sie als Möglichkeit, neue Geschäftsschließungen zu verhindern.

Gleichzeitig verlangen die Unternehmen von den Ministern Alternativlösungen, unter anderem Unterstützung für Einzelhändler, die „hohe Mietbelastungen in Zeiten von Null-Umsatz“ haben. Ministerpräsidenten und Kanzlerin sollen die „Strategie der Pandemiebekämpfung kreativer pragmatischer und wirtschaftszugewandter“ gestalten. Laut der „Initiative Zukunft Handel“, ist der Handel „das Herz der Innenstadt und wenn dieses Herz aufhört zu schlagen, verlieren auch unsere Städte Lebenswertigkeit und Ausstattung“. (sas)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion