Jens Spahn bei einer Pressekonferenz.
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Ein ARD-Moderator fühlte sich von einer Aussage von Gesundheitsminister Jens Spahn (im Bild) provoziert. (Archivbild)

Aussage provozierte ihn

ARD-Moderator geht Spahn wegen Corona-Impfung hart an: „Frage Ihres Scheiterns“

  • Marion Neumann
    vonMarion Neumann
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ARD-Moderator Georg Restle wartet vergeblich auf seine erste Corona-Impfung - und wendet sich deshalb direkt an Jens Spahn. Lob hat er für den CDU-Politiker nicht übrig.

Berlin - So wie Georg Restle dürfte es aktuell wohl einigen Deutschen gehen. Der deutsche Journalist und Fernsehmoderator, der das Politmagazin Monitor im Ersten leitet, würde sich gerne gegen Corona impfen lassen. Bislang wartet er aber vergeblich auf einen Termin.

Eine Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter schien den ARD-Moderator diesbezüglich zu provozieren. Der CDU-Politiker schrieb jüngst, dass 46 Prozent der Deutschen bereits einmal geimpft seien. Etwa 22 Prozent hätten bereits den vollen Impfschutz. „Wollen wir eine Impfquote von >75% erreichen, müssen wir mind. noch 15 Mio Menschen überzeugen“, heißt es in dem Tweet weiter. Genau an diesem Satz nahm Restle Anstoß - und wandte sich direkt an Spahn.

Wegen Corona-Impfung: ARD-Moderator geht Spahn wegen Corona-Impfung hart an

„Hallo Jens Spahn“, schreibt der Moderator deshalb auf Twitter, „ich habe brav bis zum Ende der Priorisierung abgewartet und mich gestern bei Impfzentrum, Betriebsarzt und Hausarzt angemeldet. Nirgendwo gibt‘s Impftermine, bei Impfzentrum bis Ende Juli nicht.“ Anschließend geht er noch explizit auf die Aussage des Bundesgesundheitsministers ein: „Es ist keine Frage der ‚Überzeugung‘, sondern Ihres Scheiterns.“

Deutliche Worte, die Restle für die Impf-Strategie von Jens Spahn übrig hat. Auf Twitter jedenfalls bekommt seine Ansage an den CDU-Politiker einigen Zuspruch. „Der Ehrliche bleibt am Ende der Dumme. Ich kenne einige 20- bis 40-Jährige, die mit halbsauberen Tricks einen Termin haben oder bereits geimpft sind“, antwortet ein Nutzer auf den Tweet des ARD-Moderators. Ein anderer postet ein Video, das eine lange Schlange an Wartenden zeigt. „So sieht es vor einer Arztpraxis um 7 Uhr morgens (!) aus, wenn ab 12 Uhr Impfungen „frei“ vergeben werden. Von mangelnder Überzeugung kann keine Rede sein...“, heißt es dazu.

Video: Digitaler Impfpass wird vorgestellt - Spahn und Wieler mit den Details

Kritik an Jens Spahn: Nicht alle teilen auf Twitter die Einstellung des ARD-Moderators

Doch nicht alle, die auf das Posting reagieren, stimmen mit dem TV-Moderator überein. „Die Zahlen legen aber weiterhin nahe, dass die Situation sich sehr bald umkehren wird. Im Juli sollten alle Impfwilligen mindestens erstgeimpft sein können“, lautet eine Antwort. Ein anderer Nutzer schreibt: „Ich bin alles andere als ein Fan von Spahn, aber das stimmt so einfach nicht. Ohne Prio habe ich letzte Woche einen Termin im IZ TÜ BaWü gebucht und wurde gestern geimpft.“

Einige Nutzer weisen Restle außerdem darauf hin, dass er sich schneller impfen lassen könnte, wenn er sich mit allen Impfstoff impfen lassen wollen würde: „AstraZeneca und Johnson&Johnson bekommst Du überall zeitnah/sofort.“ Jens Spahn selbst reagierte nicht auf den Tweet des ARD-Moderators. Der Gesundheitsminister hat aktuell vermutlich andere Baustellen - unter anderem erhob der Bundesrechnungshof Vorwürfe gegen sein Corona-Management. (nema)

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