Trotz Impf-Chaos

Merkel und Macron verteidigen EU-Impf-Strategie - Kanzlerin überzeugt: „Ist und war richtig“

  • Christoph Stadtler
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Von allen Seiten gab es zuletzt Kritik für die Impfstrategie der EU. Bei einem Treffen sprachen sich Angela Merkel und Emmanuel Macron für die gemeinsamen Pläne aus.

  • Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Fehler eingeräumt.
  • Zuletzt nahm die Kritik an der europäischen Impfstrategie deutlich zu.
  • Angela Merkel und Emmanuel Macron sprachen sich bei einem Termin für die gemeinsamen Pläne aus.

Berlin - Angela Merkel und Emmanuel Macron haben Einigkeit beim viel diskutierten Thema Impfen gezeigt. Beide verteidigten bei einem digital abgehaltenen Sicherheits- und Verteidigungsrat das Vorgehen der Europäischen Union bei der Beschaffung vom Corona-Impfstoff. „Die Produktionskapazitäten in der EU sind nicht so groß, wie wir es uns vorgestellt haben“, erklärte die Bundeskanzlerin am Freitag (5. Februar) in Berlin.

Die grundsätzlich Entscheidung für einen gemeinsamen europäischen Weg „ist und war richtig“, so Merkel in einer Videopressekonferenz. Auch der französische Präsident fand gewohnt martialische Worte: „Wir stehen mitten in der Schlacht und wir müssen kämpfen.“

Angela Merkel und Emmanuel Macron verteidigten bei einer Videopressekonferenz die EU-Impfstrategie

Merkel und Macron verteidigen EU bei Impfstrategie - „Ist und war richtig“

Zuvor hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Fehler bei der Impfstrategie eingeräumt: „Wir hätten den Menschen erklären sollen, dass es vorangeht, aber langsam, und dass es bei diesen komplett neuen Verfahren Probleme und Verzögerungen geben wird“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung. Kritik am Vorgehen der EU wurde auch von anderen Staatschefs geäußert. Unter anderem der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz oder die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen zeigten sich unzufrieden.

Sowohl Macron als auch Merkel machten darauf aufmerksam, welche Folgen Alleingänge bei der Beschaffung vom Impfstoffen hätten. Man müsse sich vorstellen, was wäre, wenn Deutschland und Frankreich hier im Wettbewerb stünden. Das wäre „Chaos“ und „kontraproduktiv“. Zudem machte der französische Präsident Hoffnung, dass die Menge an Impfstoffen von Monat zu Monat zunehmen werden: „Von April bis Juni werden wir eine Impfkampagne haben, die geschmeidig läuft“, versicherte er.

Merkel mit Lob für US-Präsident Biden - Macron erhofft sich „neue Herangehensweise“ der USA

Bei dem zweistündigen Gipfel ging es aber nicht nur um das Thema Corona. Im Gespräch mit den Außen- und Verteidigungsministern der beiden Länder einigte man sich darauf, die gemeinsamen Projekte für ein Kampfflugzeug, einen Panzer und eine Eurodrohne voranzutreiben.

Auch außenpolitische Äußerungen vom neuen US-Präsidenten Joe Biden nahmen die beiden wohlwollend zur Kenntnis. Nach schwierigen Jahren mit Donald Trump erhofft sich Macron eine „neue Herangehensweise“ der USA an die Nato und eine „Klarstellung der politischen Ambitionen der Allianz“. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte den 78-Jährigen für dessen Pläne und sicherte ihre Unterstützung zu.

Rubriklistenbild: © John Macdougall

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