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Stiko-Chef will eigenes Kind nicht impfen und bekommt jetzt Breitseite von Söder

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Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, gibt nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts eine Pressekonferenz.
Bei einer Pressekonferenz attackierte Ministerpräsident Markus Söder den Stiko-Chef Thomas Mertens. © Sven Hoppe/ dpa

In der Debatte um die Corona-Impfung von Kindern unter 12 Jahren sendete der Stiko-Chef gemischte Signale. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kritisierte ihn dafür.

München - Nach dem Corona-Gipfel von Bund und Länder am Donnerstag (2. Dezember) verkündete Ministerpräsident Markus Söder die neuen Corona-Maßnahmen für Bayern. Dabei betonte Söder auch die Wichtigkeit der Impfung, um die Pandemie zu beenden. Weil der Stiko-Chef dazu gemischte Signale sendete, erntete er nun Kritik vom CSU-Chef..

Kinder-Impfung: Söder kritisiert Stiko-Chef

Neben der Verkündung von Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, 2G-Regelungen im Handel und der Einführung von Geisterspielen in der Bundesliga, konnte sich Markus Söder einen Seitenhieb gegen den Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, nicht verkneifen.

Söder erklärte in einer Pressekonferenz am Freitag (3. Dezember), dass Deutschland sich nun daran machen müsse, die Kinder-Impfungen vorzubereiten, für die es bereits eine europäische Zulassung gebe. Angesichts der niedrigen Impfquote findet Söder die Einstellung des Stiko-Chefs in Bezug auf die Kinder-Impfung „seltsam“. Natürlich sei es sein persönliches Recht, wie er dies mit seinen Kindern handhabe, beschwichtigte Söder. „Aber das führt natürlich zu einer tiefen Frage der Befangenheit, wenn der Stiko-Chef, bevor eine offizielle Empfehlung der Stiko kommt, es quasi selbst verkündet im Podcast.“

Stiko-Chef äußert Bedenken über Kinder-Impfung: „Keinerlei Daten“

Mertens hatte am Mittwoch (1. Dezember) im FAZ Podcast für Deutschland erklärt, dass er sein eigenes siebenjähriges Kind derzeit nicht impfen lassen würde. Er begründete seine Entscheidung damit, dass es außer der Zulassungsstudie „keinerlei Daten“ über die Verträglichkeit des Impfstoffs in der Gruppe der Kinder zwischen fünf und elf Jahren gebe. Außerdem seien aus den aktuellen Publikationen kaum Aussagen über Langzeitfolgen möglich.

Mertens kritisierte, dass die fehlende Impfbereitschaft der 18- bis 59-Jährigen nun durch eine Impfung der Kinder ausgeglichen werden solle. Der Virologe erklärte, dass die Kommission gerade dabei sei, die Empfehlung fertigzustellen. Man könne damit um den 11. Dezember rechnen, sagte er im Podcast der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

„Falsche politische Entscheidungen können nicht durch eine Impfung korrigiert werden“, sagte der Stiko-Chef und kritisierte die wechselnde Stimmung der Politiker. Das Maß für eine Impfempfehlung könne nicht die wechselnde Stimmung von Öffentlichkeit und Politkern sein. Gerade weil Corona-Infektionen bei Kindern in der Regel harmlos verliefen, müsse man umso sicherer sein, dass die Impfung auf Dauer gut verträglich sei.

Söder kritisiert Stiko für Empfehlung in Podcast: Glaubwürdigkeit der Stiko geschwächt

Markus Söder hingegen beanstandete das Verhalten des Stiko-Chefs: „Ich glaube wir sollten in Bezug auf Sicherheit und Stabilität der Impfempfehlung wieder auf normale Verfahren zurückkehren und dies weder in Talkshows, noch in Podcasts ankündigen.“ Dies schwäche die Empfehlungskapazität und die Empfehlungsglaubwürdigkeit der Stiko enorm, so Söder. (sf)

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