Womöglich noch vor der Bundestagswahl

Kosten Corona-Tests bald mehr als 20 Euro? Ministerpräsident schlägt Startdatum vor

  • Marcus Giebel
    VonMarcus Giebel
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In Deutschland kann sich jeder kostenlos auf eine Corona-Infektion testen lassen. Noch. Schon bald könnten manche dafür zahlen müssen.

München - Es ist ein Luxus, den sich die Bundesregierung wohl eine Milliardensumme kosten lässt. In ganz Deutschland werden Corona-Tests gratis angeboten - bezahlt mit Steuergeldern. Doch damit soll bekanntlich bald Schluss sein. Zumindest für den Teil der Bevölkerung, der nicht gegen Covid-19 immunisiert ist und bei künftigen Restaurant-, Theater- oder Clubbesuchen wohl allerhöchstens mit negativem Nachweis hereingebeten wird.

Stellt sich die Frage, ab wann für den schnellen Abstrich in Mund oder Nase Geld zur Hand sein muss. Im Gespräch mit der Welt fordert Daniel Günther, die Tests „so schnell wie möglich kostenpflichtig“ anzubieten. Konkret schwebt dem Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins ein Datum vor, das überraschenderweise kurz vor der Bundestagswahl liegt: der 20. September.

Corona-Tests gegen Bezahlung: Günther will jedem die Möglichkeit zur vorigen Impfung einräumen

„Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte noch die Chance, sich vollständig impfen zu lassen“, erläutert Günther. Was er meint: Bei den bekannten Präparaten gegen Covid-19 - abgesehen von Johnson & Johnson - stehen zwei Impfungen an. Diese werden in einem Abstand von wenigen Wochen vorgenommen. Hinzu kommt eine gewisse Zeit, bis das Vakzin seine Wirkkraft entfaltet.

Damit die Rechnung des CDU-Politikers aber auch aufgeht und sich die Menschen auf das Ende der Gratis-Testerei vorbereiten können, empfiehlt Günther: „Die Bundesregierung sollte schon in der kommenden Woche ein konkretes Datum für die Umstellung auf die Kostenpflichtigkeit der Corona-Tests festlegen.“

Wagt sich als erster Spitzenpolitiker aus der Deckung: Daniel Günther denkt laut über ein Startdatum für kostenpflichtige Corona-Tests nach.

Corona-Tests gegen Bezahlung: Günther will weiter Gratis-Angebote für Schwangere oder Kinder

Der Landesvater aus dem hohen Norden würde aber einen Unterschied unter Nichtgeimpften machen. So sollten für Menschen, die aus medizinischen Gründen oder wegen ihres Alters nicht immunisiert werden können, Gratisangebote aufrecht erhalten bleiben. Günther nennt hier Schwangere oder Kinder als Beispiel.

Im Hinblick auf den Preis für alle anderen ohne Piks sollte es wohl darum gehen, zumindest eine schwarze Null zu schreiben. Damit würden für einen Antigen-Schnelltest 20 bis 30 Euro fällig werden. In dieser Spanne liegen lauf der schleswig-holsteinischen Landesregierung abhängig vom Anbieter die Kosten für geschultes Personal.

Ob mit der geplanten Neuregelung auch die Zahl der Geistertests abnimmt, deren dreiste Abrechnungen so mancher Teststationen den Steuerzahler beträchtliche Summen gekostet haben? Es wäre ein netter Nebeneffekt. (mg)

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

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