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Menschen warten in Salt Lake City vor einem Arbeitsamt. Foto: Rick Bowmer/AP/dpa

Wirtschaft in der Krise

Corona-Krise in den USA: Zahl der Arbeitslosen steigt weiter

Die Coronavirus-Pandemie hat den US-Arbeitsmarkt in die schlimmste Krise seit Jahrzehnten gestürzt. Und trotz erster Lockerungen der Auflagen in den Bundesstaaten verschlechtert sich die Lage weiter.

Washington (dpa) - Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt wegen der Corona-Krise weiter an. In der Woche bis zum 16. Mai haben nach Angaben der US-Regierung mehr als 2,4 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt.

Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits mehr als 38 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die USA befinden sich wegen der Pandemie in einer schweren Wirtschaftskrise.

In der Vorwoche hatte es noch knapp drei Millionen Neuanträge gegeben. Analysten hatten nun mit weniger Anträgen gerechnet, da viele US-Bundesstaaten begonnen haben, ihre wegen der Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen wieder zu lockern. Viele Geschäfte, Fabriken und Restaurants dürfen wieder unter Auflagen öffnen, was sich langsam positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte. Bislang sei aber angesichts der weiterhin hohen Zahl von Neuanträgen nicht erkennbar, dass Arbeitgeber in jenen Bundesstaaten ihre Angestellten in großem Maße wieder zurückholten, erklärte der Nordamerika-Analyst Paul Ashworth des Beratungsunternehmens Capital Economics.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des US-Arbeitsmarkts. Die sich nur aus den Daten der Neuanträge ergebende Arbeitslosenquote läge nunmehr bei 17,2 Prozent, wie die Regierung erklärte. Im April lag die Arbeitslosenquote offiziell bereits bei 14,7 Prozent. Wegen Fehlern bei der Erhebung der Daten warnte die zuständige Behörde jedoch, dass die Quote bereits bei etwa 20 Prozent liegen könnte. Das wäre der höchste Wert seit Jahrzehnten. Die Mai-Statistik wird erst Anfang Juni veröffentlicht. Vor der Zuspitzung der Pandemie hatte die Arbeitslosenquote noch bei extrem niedrigen 3,5 Prozent gelegen.

Der US-Kongress hat bislang mit Unterstützung beider Parteien Konjunkturpakete von rund 2,7 Billionen US-Dollar beschlossen, was etwa zehn Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung entspricht. Das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus will nun ein weiteres Paket von rund 3 Billionen Dollar durchsetzen, der von Republikanern kontrollierte Senat will das Paket jedoch blockieren.

Nach Einschätzung von Notenbankchef Jerome Powell hat die Corona-Pandemie die US-Wirtschaft in die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt. Am Dienstag hatte Powell im US-Senat gesagt, es gebe in der jüngeren Geschichte kein Vorbild für "das Ausmaß und die Geschwindigkeit" des gegenwärtigen Abschwungs. Die Pandemie habe in den USA innerhalb von nur zwei Monaten die positiven Arbeitsmarkt-Entwicklungen eines Jahrzehnts zunichte gemacht. Erneut ermunterte Powell den Kongress, weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Konjunktur zu erwägen. Der Chef der Federal Reserve (Fed) hatte kürzlich gewarnt, eine vollständige Erholung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt könnte sich bis Ende 2021 hinziehen.

In den USA gab es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bis Donnerstagvormittag (Ortszeit) rund 1,55 Millionen bekannte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Mehr als 93.000 Menschen starben demnach. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen.

Daten der Uni Johns Hopkins zur Corona-Epidemie, Englisch

Pressemitteilung zu aktuellen Daten bis 16. Mai, Englisch

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