Staatshilfen benötigt

Modeketten sind in der Corona-Krise ernsthaft in Gefahr: „Keine andere Wahl, als ...“

Viele Unternehmen sind derzeit in Not. Die Corona-Krise zwingt auch Kleidungsgeschäfte zur Ladenschließung. Diese Modeketten kämpfen mit finanziellen Problemen. 

München - Die deutsche Wirtschaft* und seine Einzelhändler sind in der Krise: Ladenschließungen*, ausbleibende Gewinne und laufende Kosten versetzen die Unternehmen in eine schwere Situation. Die Lage ist ernst. Auch Galeria Karstadt Kaufhof musste bereits erste Maßnahmen ergreifen. Ab dem 1. April stoppt das Unternehmen die Mietzahlungen. In einem Brief an die Vermieter hieß es zuvor, dem Unternehmen „bliebe keine andere Wahl.“

Weitere Schritte müssen folgen, berichtet die Deutsche Presse Agentur. Wie bei so vielen Textilhändlern muss der Staat jetzt mit seinem finanziellen Rettungsschirm* helfen. Gegenüber chip.de berichten Handelsverbände von Schuh- (BDSE), Textil- (BTE) und Lederwaren (BLE), dass wohl insgesamt zehn Millionen Artikel dieser Gruppen an einem normalen Tag durchschnittlich verkauft werden könnten.  

Corona-Krise: Modeketten kämpfen mit ernsthaften finanziellen Problemen

Es ist ein Dilemma für die Unternehmen. Denn aufgrund von bereits abgeschlossenen Lieferverträgen wird die Ware trotzdem geliefert. Die Lieferung kommt, der Kauf bleibt aus. Weiterhin berichten die Verbände: „Ende März dürfte die Summe der unverkauften, aber vom Handel bereits bezahlten Teile, die 100 Millionen Grenze überschritten haben.“

Erste große Modeketten haben bereits Hilfen vom Staat* angefragt. Esprit verkündet beispielsweise auf seiner Homepage die Beantragung der finanziellen Hilfen mehrerer seiner Tochtergesellschaften. In der Mitteilung vom 29. März heißt es von Group CEO Anders Kristiansen: „Mit diesem Verfahren können wir die Liquidität erhalten und bei Bedarf restrukturieren. Wir wollen die Zukunft dieser großartigen Marke sichern und auf die Chancen vorbereitet sein, die sich ergeben, wenn die Corona Pandemie überwunden ist.“

Dilemma der Modeketten: Die Lieferung kommt, der Kauf bleibt aus

Auch die Tom-Tailor-Gruppe hat staatliche Hilfen beantragt. Ebenso Galeria-Karstadt-Kaufhof. Das Unternehmen hatte schon länger finanzielle Schwierigkeiten und befand sich derzeit in einem Restrukturierungsprozess. Auf Instagram zeigte sich das Unternehmen noch optimistisch und lud seine Kunden auf einen Online-Kauf ein. Doch bereits vor Wochen hatte es Kurzarbeit beantragt. Für Galeria dürfte die Krise deshalb wohl doppelt schwer sein. 

Wegen der Corona-Krise geraten immer mehr Unternehmen in Schieflage. Jetzt schließt der nächste Mode-Konzern dutzende Filialen in Deutschland.

mak/dpa

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Rubriklistenbild: © dpa / Axel Heimken

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