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Corona-Krisenstab übernimmt Kampf gegen Corona: Leitung geht an einen Bundeswehr-General

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Der Corona-Krisenstab im Bundeskanzleramt soll die Pandemiebekämpfung übernehmen. An der Spitze des neuen Organs wird wohl Generalmajor Carsten Breuer stehen.

München - Bei der Vorstellung des Ampel-Koalitionsvertrags am 24. November verkündete der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auch einen Corona-Krisenstab im Bundeskanzleramt. Dieser Krisenstab solle unter anderem die Booster- und weiteren Corona-Impfungen in Deutschland beschleunigen.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Vortag (29. November) erklärt, der Krisenstab solle baldmöglichst starten. FDP-Chef und künftiger Bundesfinanzminister Christian Lindner äußerte sich ebenfalls zum Startdatum des Krisenstabs. Er werde in den nächsten Tagen die Arbeit aufnehmen, sagte er. Für die Leitung des Krisenstabs ist der 56-jährige Generalmajor Carsten Breuer vorgesehen.

Pandemie-Bekämpfung: militärischer Persönlichkeit am Ruder des Krisenstabs - „General Corona“

Im Rahmen der Corona-Bekämpfung soll nun also nicht eine zivile, sondern militärische Person die Führung des geplanten Krisenstabs übernehme. Für viele Menschen zeigt dies die Dramatik der Lage. Die Ampel hat dabei mit dieser Entscheidung ein bestimmtes Ziel im Auge: Eine erfolgreichere Eindämmung der Pandemie. Mit dem jüngsten Schritt solle effektiver als bisher das Schlimmste noch verhindert werden, versprach Christian Lindner bei der Talkshow „Anne Will“.

Der Beschluss der Ampel könnte sich sogar als richtig erweisen, denn ganz so fremd ist Generalmajor Carsten Breuer dem Corona-Management schließlich nicht. Seit mehr als anderthalb Jahren nennen ihn seine Soldaten nur noch „General Corona“, und zwar aus einem guten Grund. Offiziell ist Breuer als Chef des Kommandos Territoriale Aufgaben tätig. Somit übernimmt sein Stab alle Inlandseinsätze der Bundeswehr. Von März 2020 an steuerte Breuer aus der Berliner Julius-Leber-Kaserne die gesamte Corona-Nothilfe der Truppe.

Corona-Krisenstab nach Vorbild von 2015 - Generalmajor Breuer hat eine ganz bestimmte Aufgabe nach italienischem Vorbild

Der Krisenstab, der künftig von Breuer geleitet werden soll, richtet sich nach dem Vorbild des 2015 eingeführten Krisenstabs im Bundeskanzleramt zur Flüchtlingskrise. Nach monatelanger und vor allem ergebnisloser Arbeit griff Bundeskanzlerin Angela Merkel hart durch und setze einen ressortübergreifenden Krisenstab auf, der direkt an das Kanzleramt gebunden war.

Nun soll rund sechs Jahre später mit einem weiteren Krisenstab ähnlich schlagkräftig auf die Corona-Eskalation reagiert werden. Generalmajor Carsten Breuer soll dabei eine ganz bestimmte Hauptaufgabe übernehmen. „Impfen, impfen, impfen“ sei der von der künftigen Bundesregierung gestellte Auftrag an Breuer, berichtete das Nachrichtenmagazin Spiegel unter Berufung auf Insider. Der 56-jährige General soll die Impfquote in die Höhe treiben.

Ein Blick nach Italien zeigt: das Vorhaben der Ampel könnte Erfolg mit sich bringen. Immerhin war es auch dort ein General, der die Impfkampagne umkrempelte und dafür sorgte, dass das Land sowohl bei Erstimpfungen als auch bei Boostern schnell vorankommt. Der 60-jährige Afghanistan-Veteran Francesco Figliuolo wurde zum Covid-Sonderkommissar ernannt. Er schaffte es, eine erfolgreiche Impfkampagne zu organisieren.

Corona-Krisenstab unter Leitung von Carsten Breuer - Bundeswehr-General hat Erfahrung im Kampf gegen die Pandemie

Von Breuer erhofft sich die künftige Ampel-Koalition den gleichen Erfolg, denn auch Breuer ist im Kampf gegen die Pandemie äußerst vielversprechend und hat vor allem Erfahrung. In den letzten 19 Monaten habe er jeden Morgen von seinem Stab einen detaillierten Lagebericht zur Corona-Situation in Deutschland bekommen, informierte der Spiegel.

Zudem hätten er und sein Team sieben Tage die Woche die Nothilfe der Bundeswehr organisiert und Tausende Soldaten in Gesundheitsämter so wie Kliniken geschickt. Daneben soll er auch die ersten Zentren aufgebaut haben, in denen Tag und Nacht geimpft wurde. Auch sei er für die Logistikkette vom Zentraldepot der Sanität in Quakenbrück verantwortlich gewesen. Großlieferungen der verschiedenen Hersteller werden von dem Depot aus in die ganze Republik verteilt.

Corona-Gipfel mit Ministerpräsidenten: Scholz stellt Breuer in der Runde vor - Landesregierungen skeptisch über Krisenstab

Der voraussichtlich künftige Kanzler Olaf Scholz hat Generalmajor Carsten Breuer offenbar bereits in der Runde der Ministerpräsidenten mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als Leiter des geplanten Krisenstabs zur Corona-Bekämpfung vorgestellt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur argumentierten mehrere Länder in der anschließenden Diskussion am Dienstag, dies sei nicht das eigentliche Thema der Beratungen. Darunter seien die unionsgeführten Länder Bayern und Hessen gewesen, aber auch das grün-geführte Baden-Württemberg. Der Krisenstab löse keine Probleme, wurde demnach argumentiert.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) soll in der Konferenz nach Bild-Informationen das Vorgehen der Ampel-Koalition in der Pandemie kritisiert haben, darunter auch die Aufgabenverteilung im Krisenstab: „Krisenstab ist immer gut. Denn wir haben eine Krise. Aber Kernfrage ist doch eher: Wo ist der neue Bundesgesundheitsminister? Wäre das nicht die Aufgabe des Ministers?“

Er hätte es „für zentral gehalten“, zu erfahren, wie das Verhältnis zwischen Bundesregierung, Gesundheitsministerium und dem Corona-General Carsten Breuer aussähe, berichtete Bild. (bb mit Material von dpa)

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