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Medizinstudenten beschützen Uniklinik vor Corona-„Spaziergängern“ - jetzt wird gegen sie ermittelt

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Von: Clara Marie Tietze

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Proteste gegen Corona-Maßnahmen
In Dresden fanden sich kürzlich Studierende vor der Universität zusammen, um Corona-„Spaziergänger“ zu stoppen. © Sebastian Kahnert

Immer häufiger ziehen Gegner der Corona-Maßnahmen durch Städte in Deutschland. In Dresden haben sich ihnen nun mehrere Studierende in den Weg gestellt.

Update vom 14. Januar, 13:55 Uhr: Nachdem die Polizei wegen des Vorgehens gegen die jungen Studierenden massiv kritisiert wurde, äußerte sich der Polizei-Einsatzleiter Hendrik Schlicke am Freitag. So seien die 22 Studierenden kurzzeitig festgehalten und ihre Personalien aufgenommen worden. Die jungen Mediziner waren zuvor in einen Kessel geraten, den die Polizeibeamten um die Teilnehmenden der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen geschlossen hatte. Vorab habe es Lautsprecheransagen in Richtung der Gegendemonstranten gegeben, so Schlicke.

Zwischenzeitlich wurde von einzelnen Medien berichtet, dass sich Beamte an den Arztkitteln der Studierenden gestört haben, da sie gegen das Uniformierungsverbot auf Demonstrationen verstießen. Dieses Gerücht erklärte Polizeipräsident Jörg Kubiessa für falsch. Wenn das nächste Mal eine solche Aktion geplant werde, raten die Offiziellen zur vorherigen Kontaktaufnahme mit Versammlungsbehörde und Polizei für ein Kooperationsgespräch.

Studierende gegen Corona-Leugner in Dresden: Menschenkette schützt Universitätsklinikum

Erstmeldung vom 14. Januar:
Dresden - Die sogenannten „Spaziergänge“ zu denen aktuell immer mehr Personen aufrufen, um gegen die Coronavirus-Maßnahmen zu demonstrieren, ziehen sich mittlerweile durch das ganze Land. Oft wird über den Messengerdienst Telegram zu den Zusammenkünften geladen - trotz der vielerorts geltenden Gruppenbeschränkungen auf maximal zehn Personen.

Corona-Demo in Dresden: Medizinstudierende beschützen Uniklinik

So auch am Donnerstagabend in Dresden. Das Ziel der Corona-„Spaziergänger“ war das Universitätsklinikum. Dort wartete jedoch bereits eine Gruppe Studierender mit Plakaten, auf denen „Sachsen lasst Euch impfen“ und „Impfen statt Schimpfen“ zu lesen war. Sie waren zusammengekommen, um den Gegner der Corona-Maßnahmen die Stirn zu bieten.

Das Problem: Nicht nur die vermeintlichen Spaziergänger, auch die Studierenden waren in Gruppen mit mehr als den erlaubten zehn Personen zusammengekommen. So leitete die Polizei 22 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten gegen die Studierenden ein. Das Gelände rund um die Universitätsklinik wurde bereits vorab großräumig abgesichert.

Dresden: Verfahren gegen Studierende wegen Verstöße gegen Corona-Maßnahmen

Doch die Gegner der Corona-Maßnahmen kamen nicht weit, da die Polizei den „Spaziergänger“-Zug bereits frühzeitig immer wieder stoppte. Die Teilnehmenden wurden gebeten, sich zu zerstreuen. Die Situation sei teilweise sehr dynamisch gewesen, erklärte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen.

Ein Psychologe erklärte kürzlich, warum sich so viele Menschen für die vermeintlichen „Spaziergänge“ instrumentalisieren lassen.

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