„Versagen auf ganzer Linie“

Corona: NRW hält weiter an Schulöffnungen fest - Rufe nach Laschet-Rücktritt werden immer lauter

Dass die Schulen in NRW nicht wieder schließen dürfen, wird Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet nun zum Verhängnis. Dortmund und Duisburg halten an ihren Plänen fest.

Dortmund/Düsseldorf - Trotz NRW-weit steigender Corona-Fallzahlen dürfen die Ruhrgebietsstädte Duisburg und Dortmund nicht ihre Schulen schließen. Die Kommunen hatten entsprechende Vorhaben auf den Weg gebracht, doch das Land Nordrhein-Westfalen stoppte die Pläne. Sie wiesen noch einmal nachdrücklich auf die einzuhaltenden Modalitäten hin. Das sei über einen Erlass am Mittwoch geschehen, erklärte die Staatskanzlei am Abend.

Coronavirus in NRW: Land hält an Schulöffnungen fest

„Schulschließungen können eingebettet in ein Gesamtkonzept einen Beitrag zum Infektionsschutz vor Ort darstellen, dürfen aber nur das letzte und nicht das erste und alleinige Mittel der Wahl sein“, hieß es. Zuvor müssten alle sonstigen Maßnahmen auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens geprüft worden sein.

Zur Begründung verwies der NRW-Gesundheitsminister auf die Inzidenzzahl in der Ruhrgebietsstadt, die unter dem Notbrems-Wert von 100 liege. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet* (CDU) erinnerte daran, dass in der Debatte über Corona-Auflagen alle Beteiligten der Öffnung von Schulen Priorität eingeräumt hätten. Am Abend lenkte die Landesregierung teilweise ein, neue Schulschließungen kämen jedoch nur „als letztes Mittel“ in Frage, hieß es.

In Nordrhein-Westfalen stiegen die Fallzahlen zuletzt stark an, sodass auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Maßnahmen forderte.

Coronavirus-Management in NRW: Twitter-User fordern Laschet-Rücktritt

Doch die Bevölkerung scheint anderer Meinung zu sein. Bei einer Umfrage von WDR gaben 86,7 Prozent der Teilnehmer:innen an, sie seien dafür, dass die Schulen noch vor Ostern wieder geschlossen werden sollen. Auch auf Twitter machten einige Menschen ihrem Unmut Luft. Unter dem Hashtag #LaschetRuecktritt erklären die Nutzer, warum sie nicht mit der Linie des Landes NRW einverstanden sind. „Es ist kein Staatsversagen, aber menschliches Versagen auf ganzer Linie, was da gerade in #NRW abläuft“, schreibt ein User.

„Wir haben rasant steigende Infektionswerte* bei Kindern und Jugendlichen! Schützen sie unsere Kinder in NRW - JETZT!“, lautet eine Forderung. „Wenn du aufstehst und #LaschetRuecktritt trendet, die Zahl der Neuinfektionen um mehr als 30% gestiegen ist und deine Kinder zur Schule gezwungen werden. Was könnte eigentlich noch schlimmeres passieren, als das Laschet Kanzler wird?“, schreibt eine Mutter.

Bei „maischberger. die woche“ (ARD) nahm NRW-Ministerpräsident Laschet* den Gesundheitsminister Jens Spahn in Schutz*. *Merkur.de, msl24.de und wa.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

Auch interessant

Kommentare