Rudolf Anschober (Grüne), Gesundheitsminister in Österreich, spricht auf einer Pressekonferenz anlässlich eines Sport-Gipfel im Austausch mit Vertretern des organisierten Sports am 26.02.2021.
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Seit Januar 2020 ist Rudolf Anschober (Grüne) Gesundheitsminister von Österreich.

Vizekanzler vertritt Grünen-Parteifreund

Sorge in Österreich: Gesundheitsminister Anschober ist krank

  • vonDana Popp
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Der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober ist krank. Die Hintergründe sind noch unklar.

Wien - Der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat sich krankgemeldet. Laut Ministerprotokoll ist er „bis auf Weiteres entschuldigt“. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist noch offen. Sein Büro gab an, dass er erst kommende Woche ins Ministerium zurückkehren werde. Das berichtet die überregionale Tageszeitung oe24. Anschober fällt demnach zumindest für diese Woche komplett aus. Um eine Erkrankung mit dem Coronavirus soll es sich nicht handeln, hieß es am Dienstag bei dem Ministerrat.

Anschobers Gesundheit gab immer wieder Anlass für kleinere Sorgen. Im Jahr 2012 musste er sich als Oberösterreichischer-Landesrat aufgrund eines Burnouts eine Auszeit nehmen. Im März dieses Jahres hatte Anschober ebenfalls eine Woche lang einen „grippalen Infekt“ und fiel daher ebenfalls aus, berichtet oe24.

Vizekanzler Werner Kogler übernimmt die Aufgaben des Gesundheitsministers „bis auf Weiteres“

Vertreten wird er durch Österreichs Vizekanzler Werner Kogler. Aus dessen Büro erfuhr oe24, dass man mit der Rückkehr des Gesundheitsministers Ende der Woche rechne. Anschobers Sprecherteam äußerte sich zu dieser Angabe nicht. Zuletzt hatte noch die Umweltministerin Leonore Gewessler den Gesundheitsminister vertreten. Dieses Mal habe Gewessler jedoch abgewunken, berichtet oe24. Grund dafür sei ihre Sorge gewesen, dass sie im Falle eines Rücktritts von Anschober langfristig dessen Aufgaben übernehmen müsse, so Vertraute der Ministerin. „Das will sie definitiv nicht. Gewessler will ihre Klima-Agenda im Umweltministerium umsetzen“, so ein Grüner. Daher habe es keine andere Option für Vize Kogler gegeben, als vorerst selbst Anschobers Job zu übernehmen. 

Die hypothetische Frage nach Anschobers Nachfolge wäre nicht leicht zu beantworten. Umweltministerin Gewessler habe Kogler jedenfalls bereits klar signalisiert, dass sie als Nachfolgerin für Anschober nicht zur Verfügung stehe, schreibt oe24. Jedoch haben die Grünen nicht so viele Politiker:innen zur Auswahl. Als potenziell mögliche Gesundheitsministerin wird Sigrid Pilz gehandelt. Die Patientenanwältin ist ein Gesundheits-Profi und saß für die Grünen bereits im Wiener Landtag. (dp)

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