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Corona-Regeln in mehreren Bundesländern verschärft: Sonderweg in zwei Ländern

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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„2G plus“ in Gaststätten
Bei der Umsetzung der vom Bund-Länder-Gipfel beschlossenen Corona-Regeln gehen zwei Bundesländer einen Sonderweg. © Arne Dedert/dpa

Im Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern wurden erneut schärfere Maßnahmen beschlossen. Mehrere Bundesländer setzen bereits um. Zwei gehen jedoch einen eigenen Weg.

München - Die Omikron-Mutation des Coronavirus breitet sich in Deutschland immer schneller aus. Wegen der Dynamik des Infektionsgeschehens in Kombination mit der ansteckenderen Variante beschloss die Politik jüngst die nächste Anpassung der Maßnahmen.

So wurden im jüngsten Corona-Gipfel am Freitag (7. Januar) ein erneutes Mal schärfere Maßnahmen beschlossen. Mehrere Bundesländer setzen die Regelungen schon in die Tat um. Die Regierungen von zwei Ländern gehen jedoch einen Sonderweg.

Corona-Gipfel-Maßnahmen: Bundesland ergänzt mit schärferen Maßnahmen - Teil-Lockdown eingeführt

Beim Corona-Gipfel haben sich Bund und Länder unter anderem darauf geeinigt, die 2G-Plus-Regel in der Gastronomie einzuführen und so nur Geimpften und Genesenen mit tagesaktuellem Test den Zutritt zu gewähren. Für Geboosterte gibt es keine Einschränkung - sie dürfen auch ohne Test in Restaurants und Bars.

Diese Regeln gelten ab sofort etwa in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land unternimmt aber weitere Schritte, denn dort lag die Krankenhaus-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über neun. In einer Woche wurden also mehr als neun Menschen pro 100.000 Einwohner mit Corona ins Krankenhaus eingeliefert. Nun wurde ein Teil-Lockdown eingeführt. Konkret heißt das: Kinos, Theater und Konzerthäuser sowie Schwimmbäder, Tanzschulen, die Innenbereiche von Zoos und Kulturzentren müssen schließen.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigte sich am Sonntag (9. Januar). Die Krankenhaus-Inzidenz sank unter neun. Sollte dies für fünf aufeinanderfolgende Tage der Fall sein, so wird der Teil-Lockdown aufgehoben.

Corona-Maßnahmen nach Gipfel: Schärfere Regeln in mehreren Bundesländern - 2G-Plus, Masken und Tests

Bremen, wo die Inzidenz mit über 1000 in ganz Deutschland am höchsten ist, führte die verschärften Maßnahmen ebenfalls mit Ergänzungen ein. Neben der Gastronomie gilt auch für Kinos, Theater, Fitnessstudios und Sportanlagen die 2G-Plus-Regel. Daneben muss in Bus und Bahn sowie im Einzelhandel eine FFP2-Maske getragen werden.

Nur kurze Zeit nach der Bund-Länder-Konferenz gelten jetzt auch in Hamburg schärfere Regeln. Die 2G-Plus-Regel kommt demnach verstärkt zum Einsatz. So unterliegen etwa Gastronomie, Freizeiteinrichtungen, Stadt- und Hafenrundfahrten, Kulturveranstaltungen, Messen, Volksfeste, Spielhallen, Schwimmbäder, Fitnessstudios, Seniorentreffs sowie körpernahe Dienstleistungen der Regelung.

Auch in Schleswig-Holstein werden die Regeln ab Mittwoch (12. Januar) verschärft. Im organisierten Sport und Fitnessstudios wird die 2G-Plus-Regel greifen. Zudem gelten offiziellen Angaben zufolge in Schulen schon härtere Maßnahmen. Beispielsweise ist das Tragen einer Maske unabhängig von Schulart und Jahrgang Pflicht, verkündete Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Zu den Auflagen gehört auch die Ausweitung der Testpflicht an Schulen. Künftig soll im Bundesland nicht mehr zweimal, sondern dreimal pro Woche getestet werden.

Corona-Gipfel: Zwei Bundesländer mit Sonderweg zu Maßnahmen - Söder warnt vor Panik bei Omikron

Zwei Länder scheren allerdings aus und wollen die Maßnahmen der MPK offenbar vorerst nicht umsetzen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zufolge macht die 2G-Plus-Regel für Restaurants mit Blick auf die Lage im Bundesland keinen Sinn. Immerhin seien 99 Prozent der Infektionen eine Ansteckung mit der Delta-Variante und die Omikron-Mutante sei im Land bisher kaum vertreten.

Bayern will ebenfalls einen eigenen Weg gehen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezweifelte ähnlich wie sein Amtskollege aus Sachsen-Anhalt den Sinn der 2G-Plus-Regel für die Gastronomie. Er sei „sehr, sehr zurückhaltend und skeptisch“ äußerte sich der CSU-Politiker dazu. „Omikron ist nicht Delta“, führte Söder zuvor an und warnte vor Panik. Bayern bleibe weiterhin im „Team Vorsicht“, sei aber zugleich Mitglied im „Team Augenmaß“. (bb)

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