Christian Doleschal führt die Junge Union
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Christian Doleschal führt die Junge Union in Bayern. Er legt sich jetzt mit den Freien Wählern an.

Junge Union kritisiert

Es rumpelt in der Bayern-Koalition - Vorwürfe gegen Aiwanger: „Billigen Populismus einstellen“

  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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Die Corona-Maßnahmen strapazieren das Volk - und die Nerven der bayerischen Regierung. In der Bayern-Koalition gibt es eine CSU-Attacke auf den Kurs der Freien Wähler.

München – Es rumpelt in der Bayern-Koalition: Aus der CSU kommen ungewöhnlich schroffe Angriffe auf den Chef des Partners Freie Wähler. „Ich kenne niemanden, der sich in der Corona-Krise öfter korrigieren musste als Hubert Aiwanger“, spottet der Landesvorsitzende der Jungen Union, der Europaabgeordnete Christian Doleschal. Er wirft Aiwanger vor, „leere Versprechungen zu verheißen und überhöhte Hoffnungen zu schüren“.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass es in der Bayerischen Regierung zu Unstimmigkeiten und Kritik kommt.

Bayerische Staatsregierung: Hubert Aiwanger habe „Verwirrung und Verdruss“ gestiftet

Aiwanger solle „seinen billigen Populismus einstellen“, verlangt Doleschal im Gespräch mit unserer Redaktion. Hintergrund ist die intensive Debatte ums Lockern der Corona-Regeln. Die Freien Wähler sind eine treibende Kraft für ein schnelleres Auflösen des Lockdowns, immer wieder kommen Vorschläge der Regierungspartei. Nicht alle, aber einige werden mit ein wenig Verzögerung zum gemeinsamen Regierungshandeln mit der CSU, die zumindest in der Spitze vorsichtiger beim Lockern ist.

Doleschal hält Aiwanger vor, wöchentlich mit unrealistischen Vorstößen für „Verwirrung und Verdruss“ zu sorgen. Der JU-Chef zitiert die Aussagen, es werde keine zweite Welle geben, für Weihnachtsmärkte, ein Mini-Oktoberfest sowie offene Restaurants an Weihnachten, im Januar und dann zumindest an Ostern. All das hatte Aiwanger mal gefordert, angekündigt oder gemutmaßt. Inhaltliche Debatten um schnellere Öffnungen treiben allerdings auch die CSU intern um.

CSU und freie Wähler: Seitenhiebe über Bedeutung der Partei auf Bundesebene

Beim digitalen politischen Aschermittwoch hatten sich die Koalitionspartner noch einigermaßen geschont. Aiwanger, der in Bayern Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister ist, warnte die CSU in seiner Rede vor einer Annäherung an die Grünen. CSU-Chef Markus Söder hatte gespottet, der Einfluss der Freien Wähler in Berlin sei so gering wie auf dem Mars.

Währenddessen sieht SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Deutschland schon in der dritten Welle.

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