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Nach Gipfel-Eklat: Lauterbach und Wieler spielen „maximalen“ Corona-Streit runter – Union haut drauf

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Von: Klaus Rimpel

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Einen Tag, nachdem RKI-Rräsident Lothar Wieler Gesundheitsminsiter Karl Lauterbach in die Parade gefahren ist, sitzen die beiden zusammen vor der Presse.
Einen Tag nachdem RKI-Rräsident Lothar Wieler Gesundheitsminsiter Karl Lauterbach in die Parade gefahren ist, sitzen die beiden zusammen vor der Presse. © Jens Schicke/imago

Einen Tag nach den Corona-Meinungsverschiedenheiten fahren RKI-Chef Wieler und Gesundheitsminister Lauterbach den Kuschelkurs. „Zu wenig und zu spät!“, meint die Union.

München – Am Tag nach dem Eklat saßen die Kontrahenten gemeinsam vor der Bundespressekonferenz: RKI-Präsident Lothar Wieler, der unmittelbar vor der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zu Corona für „maximale Kontaktbeschränkungen“ schon vor Weihnachten plädiert hatte. Und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der sich laut Teilnehmern der MPK heftig über diese offenkundige Kritik am Bund-Länder-Beschluss, erst nach Weihnachten maßvolle Kontaktbeschränkungen zu verhängen, geärgert hat.

Doch am Tag danach waren die Streithähne sichtlich bemüht, den Konflikt herunterzuspielen. Das RKI-Papier habe ihn vor der Sitzung am Dienstag nicht mehr erreicht. „Da wird die Abstimmung noch optimiert werden“, sagte Lauterbach lediglich. Auf die Frage, ob er noch zu Wieler als RKI-Präsident stehe, antwortete Lauterbach: „Das ist leicht zu beantworten: Sonst säße er nicht hier.“

Eklat vor Corona-Gipfel: Lauterbach spricht von „Graben, der nicht besteht“

Lauterbach betonte, dass er auf wissenschaftlichen Rat Wert lege und es in seinem Bereich zu wissenschaftlichen Arbeiten keine „Zensur“ gebe. „Sie tun hier einen Graben auf, der nicht besteht“, so Lauterbach.

Wieler verteidigte sich gegen Kritik, er habe mit seinem Vorstoß die Politik brüskiert: „Wir machen seit Jahren Empfehlungen“, sagte der RKI-Chef. „Die werden wir auch weiter machen.“ Die Umsetzung von Maßnahmen sei dann aber Sache der Politik. Aber der RKI-Chef betonte erneut, für wie dramatisch er die Situation wegen der deutlich ansteckenderen Omikron-Variante halte: „Das Weihnachtsfest soll nicht der Funke sein, der das Omikron-Feuer entfacht.“ Er appellierte dafür, im kleinen Kreis zu feiern und Kontakte auf das Nötigste einzuschränken.

Corona-Maßnahmen: Union kritisiert Bund-Länder-Beschlüsse als „zu wenig und zu spät“

Die Opposition teilt Wielers Kritik an den Bund-Länder-Beschlüssen: „Zu wenig und zu spät“, sagte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus. „Ich nehme sehr ernst, was das RKI sagt, was Herr Wieler sagt, deshalb hätte ich mir gewünscht – mehr und früher“, sagte der CDU-Politiker. Es sei unverständlich, dass man erst nach Weihnachten mit den Maßnahmen beginne. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich.

Baden-Württembergs Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der zusammen mit Sachsen seine Unzufriedenheit mit den Beschlüssen zu Protokoll gegeben hat, sprach von einer „verpassten Chance“. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) äußerte sich wortgleich. Er geht davon aus, dass es schon vor der nächsten Bund-Länder-Runde am 7. Januar weiteren Handlungsbedarf geben wird.

Corona-Gipfel: Lauterbach verteidigt Beschlüsse – und lässt Lockdown weiter offen

Lauterbach verteidigte die Beschlüsse: Die für die Zeit nach Weihnachten beschlossenen Einschränkungen des privaten und öffentlichen Lebens würden Wirkung erzielen. „Aber wenn tatsächlich die Fallzahlen sich so entwickeln würden, dass auch ein harter Lockdown diskutiert werden muss, dann gibt es da keine roten Linien.“ (kr)

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