Eine Frau geht hinter einem Wahlplakat mit dem Konterfei von Christian Baldauf, dem Spitzenkandidaten der rheinland-pfälzischen CDU für die kommende Landtagswahl, in eine Apotheke.
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Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Christian Baldauf (CDU) verurteilt Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn.

Corona-Bekämpfung

„Unter der Gürtellinie“: CDU-Mann lehnt SPD-Manöver gegen Spahn ab - Appell an Wahlkampf-Kontrahentin

  • Cindy Boden
    vonCindy Boden
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CDU-Spitzenkandidat Baldauf aus Rheinland-Pfalz formuliert positive Worte über das Duo Merkel/Spahn. Die Corona-Management-Kritik von der SPD findet er teils niveaulos.

Mainz - Wahlkampf und Corona: Eine Mischung, die aus vielen Gründen hinderlich sein kann. Kandidaten müssen neue Wege finden, ihre potenziellen Wähler zu erreichen. Beim Wahlvorgang selbst müssen gute Hygienekonzepte gelten, damit Bürger nicht aus Angst vor Ansteckung zuhause bleiben. Und das Krisenmanagement wird im Wahlkampfjahr von parteipolitischem Zwist gestört.

Einer, der in wenigen Wochen zur Wahl steht, ist Christian Baldauf, Spitzenkandidat der CDU in Rheinland-Pfalz. Er will die Ampel-Koalition mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ablösen. Die Corona-Zukunft bestimmt den Wahlkampf entscheidend. „Ich kann wirklich nur appellieren, nicht diese Dinge in Wahlkämpfe hinein zu ziehen, da gehören sie nicht hin. Aber leider tut das die Bundesebene der SPD und leider tut das die SPD hier im Lande auch“, findet Baldauf in einem Interview mit Focus Online.

Corona-Wahlkampf: CDU-Spitzenkandidat verurteilt Kritik gegen Spahn

Nüchtern betrachtet fährt natürlich jede Partei immer wieder Spitzen gegen die Konkurrenz. Thematisch geht es Baldauf an dieser Stelle aber vor allem um die Beschwerden gegenüber Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Ankündigungsminister“ oder das Fehlen „notwendige Ernsthaftigkeit“ sind nur zwei Beispiele, die die Bundes-SPD zuletzt dem Minister vorwarfen. Baldauf zur Kritik: „Ich finde sie teilweise unter der Gürtellinie, vor allem auch vom Koalitionspartner auf Bundesebene.“ Denn alle würden in einem Boot sitzen. „Da könnten wir auch ganz vieles auf den Finanzminister Scholz schieben, der beispielsweise bei den Überbrückungshilfen dauernd gebremst hat.“

Aus Sicht des CDU-Politikers versucht Spahn „wie wir alle das Beste.“ Zur Rücknahme von dessen Ankündigung, Testangebote gebe es kostenlos ab 1. März, bleibt Baldauf diplomatisch: „Wenn das mit den Schnelltest, mit den Selbsttests so schnell nicht geht, ist das natürlich nicht besonders gut. Aber besser man korrigiert es gleich, als dass man es erst im Nachhinein, am Ende merkt, dass es nicht geht.“

Und auch zu Kanzlerin Angela Merkel findet Baldauf freundliche Worte: „Ich sehe, dass Angela Merkel sehr ruhig und sehr bedacht durch diese Krise führt.“ Wie er selbst werbe sie fürs Impfen und Testen. „Es sind aber jetzt im Moment viel mehr Impfdosen im Land als verimpft sind. Deshalb muss die Landesregierung hier, zumindest solange sie noch dran ist, dringend und eilig weiter impfen lassen“, appelliert er an die Landes-Chefin.

Vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Dreyer rechnet mit Perspektivplan bei Corona-Gipfel

Dreyer selbst pochte derweil auf klare Entscheidungen für einen Lockerungsplan beim Corona-Gipfel am 3. März. „Wir brauchen Lösungen für den Einzelhandel, für Kultur, für die Außengastronomie, für körpernahe Dienstleistungen - aber auch für Hotels und Ferienwohnungen“, sagte sie dem Tagesspiegel. Besonders sinnvoll seien zum Beispiel Erleichterungen für die Außengastronomie. Bundeswirtschaftsminister Altmaier nahm dafür zuletzt Ostern in den Blick.

In einer Sache sind sich die beiden Kontrahenten aus Rheinland-Pfalz zumindest einig: Man dürfe nicht nur auf die Inzidenzzahlen blicken. Auch Test- und Impfzahlen seien beispielsweise entscheidend. Zwischen den beiden großen Parteien sieht es derzeit für die Landtagswahl am 14. März nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. (cibo)

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