Passanten gehen in der Fußgängerzone in der Innenstadt an einem Plakat mit der Aufschrift „Corona-Schnelltest - kostenlos und ohne Anmeldung“ vorbei.
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Aktuell sind Corona-Schnelltests für die Bürger gratis. Für den Bund haben sie in diesem Jahr bislang Kosten in Höhe von knapp 3,7 Milliarden Euro verursacht. (Symbolbild).

Gratis-Angebote wohl bald gestrichen

Corona-Schnelltests kosten Bund bislang Beträge in Milliardenhöhe: Sollen sie dennoch gratis bleiben?

  • Marion Neumann
    VonMarion Neumann
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Corona-Schnelltests sind für die Bürger derzeit (noch) gratis. Wie hoch die Kosten für den Bund dabei in diesem Jahr bislang ausgefallen sind, zeigt jetzt eine aktuelle Aufschlüsselung.

Bonn - Kostenlose Corona-Schnelltests könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Nach den Plänen des Bundesgesundheitsministeriums soll das Angebot im Oktober auslaufen. Was die Schnelltests* den Bund bislang gekostet haben, zeigen nun aktuelle Zahlen: Mehr als drei Milliarden Euro sollen dabei in diesem Jahr zusammengekommen sein.

Die Angaben stammen laut AFP-Informationen vom Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) in Bonn. Die Zeitung Rheinische Post hatte eine entsprechende Anfrage gestellt. Eine Aufschlüsselung der Kosten liefert dabei interessante Einblicke.

Corona-Schnelltests kosten Bund bislang mehr als drei Milliarden Euro

So soll der Bund für die Antigen-Schnelltests Leistungen der Labordiagnostik in Höhe von 782 Millionen Euro gezahlt haben. Dazu kommen Sachkosten in Höhe von 1,084 Milliarden Euro. Für weitere Leistungen gemäß der aktuellen Testverordnung, worunter insbesondere die Abstrichentnahmen zählen, fallen Kosten in Höhe von knapp 1,75 Milliarden Euro an.

Zusätzlich übernahm der Bund dem BAS-Bericht zufolge in diesem Jahr rund 74 Millionen Euro für Tests in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Obdachlosenunterkünften. In Summe belaufen sich die bisherigen Kosten für 2021 laut AFP demnach auf knapp 3,7 Milliarden Euro.

Bericht: Regierung schafft kostenlose Corona-Schnelltests ab

Kosten von mehr als drei Milliarden Euro für Schnelltests - Kritik an Abschaffung der Gratis-Angebote

Zu den Plänen, die kostenlosen Tests auslaufen zu lassen, warnte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Er wies auf die sozialen Folgen hin. „Für uns als Wohlfahrtsverband ist wichtig, dass all diejenigen, die sich nicht testen lassen können und für die keine Impfempfehlung der Stiko vorliegt, weiterhin kostenlose Corona-Tests bekommen müssen“, sagte er.

Auch der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jan Korte, kritisierte die Pläne der Bundesregierung. Menschen, die nicht geimpft werden könnten, seien darauf angewiesen, dass Infektionen schnell erkannt würden. „Es wäre deshalb fatal, wenn die Bundesregierung sich jetzt aus der Verantwortung stiehlt und Testangebote zurückzieht“, so Korte. (nema mit AFP) (*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

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