Corona-Schnelltest
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Medizinisch geschultes Personal führt einen Corona-Schnelltest durch.

Söders Minister lässt Zeitpunkt offen

Auch CSU will künftig Geld für Corona-Tests – Grüne warnen vor Pandemie-„Blindflug“

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    VonAnna-Katharina Ahnefeld
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Die Debatte um ein Ende kostenloser Corona-Tests erhitzt die Gemüter. Grünen-Experte Janosch Dahmen warnt nun vor einem Fehler.

Berlin – Die Debatte um das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests* kocht weiter hoch. Nun hat sich auch Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen zu Wort gemeldet – und sich für ein unbefristetes kostenloses Testangebot ausgesprochen. „Wir haben ja gerade erst gelernt, in der dritten Welle, wie wichtig Tests sind“, sagte er am Donnerstag im ARD-“Morgenmagazin“.

Noch kann sich in der Bundesrepublik jeder Bürger ohne Kosten auf das Coronavirus testen lassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will das ändern. Am Dienstag schlug sein Ministerium ein Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests für Mitte Oktober vor. Tests jetzt kostenpflichtig zu machen sei nicht nur „unfair“, sondern „vor allem schlecht, weil es uns in einen neuerlichen Blindflug in der Pandemie bringt - und das sollten wir unbedingt vermeiden“, sagt dazu Dahmen.

Corona-Tests könnten bald etwas kosten – Nicht mit dem Grünen

Für den Grünen-Politiker kommt die Diskussion „zur völlig falschen Zeit“. Über 30 Millionen Menschen seien noch immer ungeimpft, es gehe also nicht um Einzelne, sondern weite Teile der Bevölkerung. Die Impfkampagne gebe mit ihrem Tempo vor, „wann wir sagen können, dass das Testen in den Hintergrund tritt“, betonte er. Im Moment seien die Bemühungen leider ins Stocken geraten. „Wenn wir die Impfquote nicht deutlich steigern, werden wir das Testen absehbar noch brauchen - und zwar kostenfrei“, gibt sich Dahmen überzeugt..

Es sei allerdings richtig, einen Unterschied zwischen Geimpften und Getesteten zu machen - „wenn wir von der Gefährdung ausgehen“. Einschränkungen für Ungeimpfte dürfe es nichtsdestotrotz nur geben, wenn eine Belastung des Gesundheitssystems so groß wäre, dass andernfalls alle Einschränkungen in Kauf nehmen müssten.

CSU-Politiker Holetschek fordert Ende kostenloser Corona-Schnelltests – ohne Zeitpunkt zu nennen

SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) wiederum sieht auf absehbare Zeit ein Ende der kostenlosen Corona-Tests. Für ihn sei klar, dass jetzt, wo sich praktisch jeder und jede impfen lassen könne, bald der Zeitpunkt komme, wo sich nicht mehr jeder kostenlos werde testen lassen können, so Scholz am Donnerstag bei einem Wahlkampfbesuch in Hamburg. „Wenn jetzt die nächsten und übernächsten Möglichkeiten zum Impfen nicht genutzt werden“, dann dürfe es Tests nicht mehr auf Kosten der Steuerzahler geben.

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), befürwortet ebenfalls ein Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests - will dafür aber noch keinen konkreten Zeitpunkt nennen. „Ich unterstütze den Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums, Corona-Schnelltests zum gegebenen Zeitpunkt für eine bestimmte Zielgruppe kostenpflichtig zu machen“, sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur in München. Er betonte aber: „Über den genauen Zeitpunkt wird noch auf Bund-Länder-Ebene in der Gesundheitsministerkonferenz zu beraten sein.“

„Wenn Bürgerinnen und Bürger absehbar die Chance hatten, ein Impfangebot zu bekommen oder ein Angebot sogar selbst ausgeschlagen haben, sollten sie sich nicht weiter auf Kosten der Solidargemeinschaft freitesten können“, argumentiert Holetschek. Es solle aber weiterhin niemand für einen Test zahlen müssen, der sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könne oder bei dem ein akuter Corona-Verdacht bestehe. Niemand dürfe unverschuldet auf Kosten sitzen bleiben. (dpa/AFP(aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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