Ein Fläschchen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca.
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Umstrittener Impfstoff: AstraZeneca wird vorerst in Deutschland nicht mehr verimpft (Symbolbild).

Spahn erklärt „5-Tage-Regel“

Schon mit AstraZeneca geimpft? Es gibt typische Nebenwirkungen - Das sollten Sie dann tun

  • Christoph Gschoßmann
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AstraZeneca: Deutschland schließt sich anderen europäischen Ländern an und setzt die Impfungen aus. Doch was tun, wenn Sie schon mit AstraZeneca geimpft wurden?

Berlin - Nun also doch: Deutschland setzt die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca vorerst aus. Vorausgegangen waren neue Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit dem Präparat, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mit. Es handele sich um einen vorsorglichen Schritt, dem eine entsprechende Empfehlung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorangegangen sei, sagte ein Sprecher.

Doch was sollten Sie nun tun, wenn Sie schon mit AstraZeneca geimpft wurden?

AstraZeneca-Impfstopp in Deutschland: Sind Sie schon geimpft? Dann sollten Sie jetzt das tun

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat darauf eine klare Antwort: Menschen, die länger als vier Tage nach einer Impfung mit dem Wirkstoff unter anhaltenden Nebenwirkungen leiden, sollen sich melden.

Spahn im Wortlaut: „Das Paul-Ehrlich-Institut weist darauf hin, dass Personen, die den Covid 19-Impfstoff von AstraZeneca bereits erhalten haben, und sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen sollten, zum Beispiel mit starken Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben sollten.“

Spahn beteuert, dass diese Fälle bisher sehr selten aufgetreten seien - bisher gebe es erst sieben Fälle. Spahn: „Für die Aller-Aller-Allermeisten besteht kein Risiko.“

Jens Spahn zu AstraZeneca: „Uns allen ist die Tragweite dieser Entscheidungen sehr bewusst“

Spahn über den Beschluss: „Uns allen ist die Tragweite dieser Entscheidungen sehr bewusst. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leichtgemacht. Für mich war immer klar: Es ist eine fachliche Entscheidung, und keine politische. Und daher folge ich hier der Entscheidung des Paul-Ehrlich-Instituts.“

Spahn weiß nicht, wie in Zukunft mit AstraZeneca verfahren wird: Die bald anstehenden Lieferungen sollen zunächst zwischengelagert werden. „Ich will wenig spekulieren, das bringt ja nichts. Wir müssen jetzt einfach abwarten“, so Spahn weiter. Die Transparenz sei nun jedoch wichtig um einem weiteren Vertrauensverlust vorzubeugen.

Kritik am Aussetzen der Impfungen mit AstraZeneca von Karl Lauterbach (SPD)

„Sollte das Impfen mit AstraZeneca wieder möglich werden, dann werden wir auch wieder für das Vertrauen in die Impfung werben“, erklärt Spahn, und sagt ungeachtet dessen, was das nun für die weitere Impf-Strategie bedeutet: „Mir war es wichtiger, die Menschen jetzt zu informieren.“

Die Entscheidung kommt nicht überall gut an. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte den Schritt angesichts steigender Inzidenzen gegenüber Merkur.de und auf Twitter: „Auf der Grundlage der vorliegenden Daten halte ich das für einen Fehler. Die Prüfung ohne Aussetzung der Impfung wäre wegen der Seltenheit der Komplikation besser gewesen. In der jetzt Fahrt aufnehmenden dritten Welle wären die Erstimpfungen mit dem AstraZeneca Impfstoff Lebensretter.“

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