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Gefährliche Omikron-Variante: Lauterbach fordert weitere Corona-Einschränkungen

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Von: Astrid Theil

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Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor der  B.1.1529-Variante des Coronavirus. (Archivbild)
Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor der B.1.1529-Variante des Coronavirus. (Archivbild) © Rolf Vennenbernd/dpa

Angesichts der besorgniserregenden Kombination aus vierter Corona-Welle und der neuen Virusvariante aus Südafrika fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ein schnelles, verschärftes Vorgehen.

Berlin - Gesundheitsexperte und Epidemiologe Karl Lauterbach (SPD) fordert angesichts der vierten Corona-Welle und dem Auftauchen der neuen, gefährlichen Virusvariante Omikron aus Südafrika weitreichendere Einschränkungen. In den ARD-Tagesthemen betonte er am Freitagabend (26. November), dass das Infektionsgeschehen „aggressiver als gedacht“ sei.

Nach wie vor steigen die Infektionszahlen in Deutschland und erreichen neue Höchstwerte. Zwar hätten die Maßnahmen Lauterbach zufolge gewirkt, da die Kontakte etwas zurückgehen. „Aber es ist noch nicht da, wo es sein müsste“, so Lauterbach. Daher sei es notwendig, dass noch strengere Corona-Maßnahmen durchgesetzt werden.

Kritik von Lauterbach: 2G und 2G-plus wird nicht richtig umgesetzt

Ein besonders großes Problem sieht Lauterbach darin, dass die Kontrollen von 2G und 2G-plus „überhaupt nicht angemessen“ stattfinden würden. Außerdem gebe es nach wie vor zu viele Großveranstaltungen: „Es sind gerade diese großen Veranstaltungen und auch die vollen Lokale, die vollen Geschäfte, die uns die Probleme machen“. Besonders große Sorgen bereitet Lauterbach die im Süden Afrikas aufgetauchte, möglicherweise besonders gefährliche neue Virusvariante. Diese Variante könnte auch Deutschland erreichen. Sollte das eintreten, hätten wir „ein riesiges Problem“.

Denn nichts sei schlimmer als die Kombination aus einer neuen, besonders gefährlichen Virusvariante inmitten einer „laufenden Welle“. Die neue Variante scheint sowohl für Ungeimpfte als auch für Geimpfte gefährlich zu sein. „Daher müssen wir mit Reisebegrenzungen hier arbeiten, hier zählt wirklich jeder Tag, der gewonnen werden kann, bis diese Variante kommt“, so Lauterbach.

Gefährliche neue Coronavariante: Lauterbach vertraut auf Booster-Impfung

Der SPD-Gesundheitsexperte betonte dabei, dass die Booster-Impfungen auch vor dieser Variante schützen würden, weil der Effekt einer dritten Impfung sehr stark sei. Wenn sich diese Variante aber tatsächlich stark verbreitet, was man derzeit nicht einschätzen könne, „müsste ein neuer Impfstoff entwickelt werden“. Dieser wäre dann in drei Monaten verfügbar.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die neue Virusvariante aus Südafrika mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B. 1. 1. 529 am Freitag (26. November) als „besorgniserregend“ ein. Es wird befürchtet, dass die vielen Mutationen der Variante dazu führen, dass sich der Erreger schneller ausbreitet oder die Impfstoffe ihre Schutzwirkung verlieren.

Die Virusvariante Omikron könnte nach aktuellem Kenntnisstand noch ansteckender sein als die grassierende Delta-Variante. Zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland und weitere Mitgliedstaaten der EU, haben bereits den Flugverkehr mit Südafrika und weiteren Ländern der Region eingestellt. Am Freitag wurde jedoch bereits ein erster Fall in Belgien entdeckt. Weitere Fälle wurden in Botsuana, Hongkong und Israel gemeldet. Auch in Deutschland vermutet man bereits die neue Virusvariante. at/dpa/afp

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