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StaeV Berlin reagiert

Hausverbot für Merkel, Scholz und Söder: Polit-Kneipe rudert zurück - Schreck über „Applaus aus der falschen Ecke“

  • Florian Naumann
    vonFlorian Naumann
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  • Kathrin Reikowski
    Kathrin Reikowski
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Angela Merkel (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Markus Söder (CSU) haben Hausverbot - in einer berühmten Polit-Kneipe in Berlin. Doch die Reaktionen erschrecken die Macher.

Update vom 2. November, 11.10 Uhr: Am Donnerstag hatte die bekannte Berliner Polit-Kneipe „Ständige Vertretung“ einen heiß diskutierten Schritt getan: Sie erteilte Hausverbot - und zwar für Kanzlerin, Vizekanzler und CSU-Chef. Angela Merkel, Olaf Scholz und Markus Söder sind in dem Lokal am Spree-Ufer unerwünscht. Oder besser: Waren. Denn bereits drei Tage später ruderte die „Stäv“ zurück.

„Wir bedauern, dass unser Video neben dem großen positiven Zuspruch auch Applaus aus der ‚falschen Ecke‘ hervorgebracht hat“, erklärten die Betreiber am Sonntag in einem Facebook-Post. Gemeint sind „rechtsextreme Gesinnungen und Verschwörungstheoretiker“. Von diesen wolle man sich selbstverständlich distanzieren: „Wir haben in unserem Team der Ständigen Vertretung Berlin Mitarbeiter aus mehr als 20 Nationen und leben diese Vielfalt im Team“, heißt es in dem Beitrag.

Der erneute Lockdown sei eine existenzielle Herausforderung, „in der Emotion und Frustration hochkommen können“, schreiben die Macher der Kult-Kneipe weiter. „Auch wenn man die Entscheidungen der Politiker zur Coronafrage und den Einschränkungen für die unterschiedlichen Gastronomiebetriebe mit ihren Auflagen anders einschätzen kann, sind wir selbstverständlich auch in der Zukunft bereit, mit den benannten Politikern in den Dialog zu gehen.“

Corona: Merkel, Scholz und Söder bekommen Hausverbot - Berliner Polit-Kneipe erhebt schwere Vorwürfe

Erstmeldung vom 31. Oktober: Berlin - Angela Merkel* (CDU) und Olaf Scholz (SPD) sowie Markus Söder (CSU) haben Hausverbot - in einer Gaststätte. Doch es ist nicht irgendeine Gaststätte. Es ist die legendäre Berliner Polit-Kneipe „Ständige Vertretung“. Geschäftsführer Jörn Peter Brinkmann und ein Partner Jan Philipp Bubinger reagieren damit auf die „erneute Zwangsschließung“ der Gastronomie, die einer Katastrophe gleich komme.

Man sei als Gastronomie Teil der Lösung und nicht Teil des Problems in der zweiten Welle der Pandemie*, so die beiden in einem Statement auf Facebook. Sie werfen der Politik schwere Versäumnisse vor und stellen klare Forderungen.

Corona-Lockdown im November: Promi-Kneipe erteilt Merkel, Söder und Scholz Hausverbot

Es gibt Kölsch, Wein vom Rhein und traditionelles rheinisches „Krüstchen-Rindergulasch“ auf der Speisekarte der Berliner StaeV. Und das kommt nicht von ungefähr. Als nach der Deutschen Wiedervereinigung Berlin zu Hauptstadt und Regierungssitz wurde, zogen Tausende Bonner nach Berlin, darunter Hunderte Abgeordnete. Die „Ständige Vertretung“ sollte als eine Art Anlaufstelle für sie dienen.

Und sie wurde es. Wenngleich heute vor allem Touristen den Ort bevölkern, lässt sich doch die ein oder andere Polit-Prominenz immer noch blicken. Auch Angela Merkel (CDU) soll schon da gewesen sein.

Hausverbot wegen Corona-Maßnahmen: Berliner Kultkneipe will Politiker nicht mehr bewirten

Die Politik habe die Zeit seit April nicht genutzt, um das Land auf eine zweite Corona-Welle vorzubereiten, so die beiden Geschäftsführer in einem Statement. „Wir, die Gastronomie, haben hart gearbeitet“, sagen die beiden. Es seien Hygienekonzepte erstellt worden, neue Lüftungsanlagen eingebaut, Gästelisten geführt worden und neue Infrastrukturen für die Bewirtung an der frischen Luft entwickelt worden. Die Infektionsrate* habe in der Gastronomie bei unter drei Prozent gelegen, so die beiden Gastwirte.

Sie fordern von der Politik nun, dass sie nicht mit „Steuergeldern*“ unterstützt werden - sondern ihre Arbeit machen dürften. Sie würden das Virus ernst nehmen und seien sich der Verantwortung bewusst. „Was, wenn die Infektionszahlen im Dezember, Januar und Februar weiter steigen? Wird es dann einen dritten und vierten Lockdown geben?“, fragen sie - und prognostizieren: „Das wird das Ende einer vielfältigen Gastronomie sein.“ (dpa/kat) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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