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Bayern München - FC Augsburg

Politik reagiert

Coronavirus: Bayern verbietet alle Großveranstaltungen ab 1000 Teilnehmern

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Das neuartige Coronavirus breitet sich in Bayern weiter aus. Die bayerische Landesregierung hat jetzt reagiert und alle Großveranstaltungen ab 1000 Teilnehmern verboten. 

  • Das neuartige Coronavirus breitet sich in Bayern weiter aus.
  • Die bayerische Landesregierung hat jetzt reagiert und Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern verboten. 
  • Darunter fallen auch Fußballspiele. 

München – Bayern greift in der Coronavirus-Krise durch und will alle Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern verbieten. Spiele aller großen Fußballvereine müssen dann ohne Publikum ausgetragen werden. Das will das Kabinett nach Informationen unserer Redaktion am Dienstagvormittag beschließen. Das Verbot gilt vorerst für vier Wochen, also bis kurz vor Ostern.

Bisher hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) um Absagen lediglich gebeten. Auch er nannte als Maßstab die 1000 Teilnehmer. Eigentlich zuständig sind die Kommunen. Der Freistaat sieht aber eine Handhabe über das Landesrecht. „Wir werden Veranstaltungen mit über 1000 Gästen während der nächsten vier Wochen untersagen. Das gilt auch für die Spiele der Bundesliga“, teilten die Freien Wähler nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses am Abend in der Staatskanzlei mit. 

Coronavirus in Bayern: Großveranstaltungen ab 1000 Teilnehmern verboten 

Unter 999 Teilnehmern soll es wegen des Coronavirus einen Kriterienkatalog geben, nach dem die Veranstalter selbst über Absagen entscheiden dürfen. Für die Schulen ändert sich vorerst nichts. Nach Informationen aus der Staatsregierung ist noch keine flächendeckende Schulschließung in Bayern geplant. Es soll lediglich weiterhin punktuelle Entscheidungen geben, Klassen oder ganze Schulen tageweise geschlossen zu halten, wenn Infektionsverdacht mit dem Sars-CoV-2 besteht.

Die drastischsten Auswirkungen der Polit-Entscheidung dürften den Sport treffen – die Bundesliga, aber auch das Champions-League-Spiel des FC Bayern* am 18. März gegen Chelsea. In der Bundesliga waren „Geisterspiele“ schon befürchtet worden. Der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, Christian Seifert, sagte, am liebsten wolle man „den nächsten Spieltag mit Zuschauern spielen. Das ist aber leider nicht realistisch“.

Coronavirus in Bayern: Regierungsvertreter warnen vor Panik

Auch in der Kunst- und Kulturszene in München und Nürnberg dürften die Verbote mehrere Veranstaltungen treffen. Die weltberühmten Passionsspiele in Oberammergau sind vorerst von einem Verbot noch nicht tangiert – sie beginnen erst weit nach Ostern. Der nächste große Parteitag mit über 1000 Teilnehmern dürfte in Bayern das Delegiertentreffen der CSU sein, das aber erst für Anfang Mai in München angesetzt ist.

Die formale Entscheidung wegen des Coronavirus trifft das Kabinett am Dienstagvormittag in München. Der Koalitionsausschuss aus den Spitzen von CSU und Freien Wählern hat jedoch die Vorentscheidung gefällt. Regierungsvertreter warnten gleichzeitig vor Panik. „Was wir tun, geschieht, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen“, sagte der FW-Abgeordnete Fabian Mehring unserer Redaktion. Man wolle die Verhältnismäßigkeit wahren und keine Hysterie auslösen. „Es handelt sich um Symptome einer Erkältungskrankheit, nicht um eine unheilbare Apokalypse. Daher: Besonnen bleiben, Hände waschen und nicht in Panik verfallen.“

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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