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Mund auf: Wer das Virus wirklich hat, verrät ein Test. 

Freie Kapazitäten

Coronavirus: Bayern könnte viel mehr testen 

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18 590 Corona-Tests könnte Bayern täglich durchführen. Zuletzt waren es aber im Schnitt nur 8739. Die Grünen fordern, die freien Kapazitäten zu nutzen, um Gesundheitspersonal und Schulen zu testen. 

Bayern hat in der Corona-Krise bisher weit weniger Infektionstests durchgeführt, als es möglich gewesen wäre. Das geht aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Nachfrage der Landtags-Grünen hervor, die unserer Zeitung vorliegt. „Zum Stand 21. April 2020 besteht eine tägliche Testkapazität für Bayern von 18 590 Tests und eine theoretische Maximalkapazität von rund 26 000 Tests“, heißt es darin. Allerdings wurden demnach zwischen dem 16. März und dem 27. April in Bayern 375 772 Tests untersucht – im Durchschnitt also nur rund 8739 Tests pro Tag. „Damit waren die Testkapazitäten in diesem Zeitraum nicht voll ausgelastet“, erklärt das Ministerium.

Für Katharina Schulze bedeutet das: Markus Söders Regierung kommt ihrer Fürsorgepflicht nicht nach. „Die Staatsregierung muss die Voraussetzungen schaffen, damit wir lernen, mit dem Virus zu leben, bis es einen Impfstoff gibt“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende unserer Zeitung. Dazu gehöre auch „die volle Ausschöpfung der Testkapazitäten“. Sie sei „sehr verwundert, dass es noch so viel freie Testkapazitäten in Bayern gibt und man gleichzeitig immer wieder Klagen hört, dass man nicht an Tests kommt“, sagte Schulze.

Aus den Erfahrungen anderer Länder habe man schließlich gelernt, dass die Devise „am besten testen“ ein wirksames Mittel zur Eindämmung des Virus sei. „Wenn wir so viele freie Testkapazitäten haben, warum werden diese nicht für prophylaktische Tests von Gesundheitspersonal, Schulen und für repräsentative Screenings genutzt?“, fragte Schulze.

Neben den Kapazitäten geht es dabei derzeit auch noch um die Kostenfrage. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will es mit einem neuen Gesetz ermöglichen, alle Heimbewohner auf Kassenkosten zu testen. Die Neuregelung tritt laut „Spiegel“ allerdings frühestens im Juni in Kraft.

Darüber hinaus hat Schulze das Ministerium auch gefragt, warum manche Getestete deutlich länger auf ihr Ergebnis warten müssen als andere. Die Antwort: Weil die Auslastung in den Laboren zugenommen habe, könne es „zu Verzögerungen bei der Mitteilung der Testergebnisse kommen“. Das Ministerium befinde sich deshalb „in einem steten und intensiven Austausch mit der sicherstellungsverpflichteten Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB)“. Eine Neuerung gebe es bereits: Die Nachricht über ihren Befund können Patienten mittlerweile von der KVB auch per SMS erhalten. 

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