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Lockdown auch im Februar wahrscheinlich – Söder denkt an Impfpflicht für Pflegepersonal

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Von: Klaus Rimpel, Christian Deutschländer

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Markus Söder
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder denkt an eine Impf-Pflicht fürs Pflegepersonal. © Britta Pedersen/dpa

Der Lockdown in Bayern und Deutschland wird wohl länger andauern. Ministerpräsident Markus Söder denkt zudem an eine Impf-Pflicht für das medizinische Personal.

München – Der Lockdown wird härter, aber die Zuversicht nicht größer. Kanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Markus Söder stimmen die Bürger auf einen sehr unangenehmen Januar und wohl auch (mindestens) Februar ein. „Diese nächsten Winterwochen sind die wohl schwierigste Phase der Pandemie“, sagte Merkel am Wochenende in ihrem Video-Podcast. „Je konsequenter wir heute sind, desto schneller werden wir den Zustand der Kontrolle wiederherstellen können, desto kürzer wird die Zeit sein, in der wir mit solchen Einschränkungen leben müssen.“

Viele Politiker deuten derzeit an, dass sie die Corona-Zahlen aktuell nicht für belastbar halten

Viele Politiker deuten derzeit an, dass sie die Corona-Zahlen aktuell nicht für belastbar halten – noch immer schlummert der Meldungsverzug von den Dezember-Feiertagen in den Statistiken. Mitte Januar, also im Lauf dieser Woche, rechnet Söder mit verlässlicheren Daten. Am Sonntagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 16 946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages, 465 Tote und eine bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 162,2. Besonders hart trifft es derzeit Sachsen mit 269,8 und Thüringen mit 232,4.

Sachsen hat deshalb bereits beschlossen, den Lockdown bis zum 7. Februar zu verlängern. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) räumte wie Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) ein, das Virus bis Dezember unterschätzt zu haben. Die Landespolitik sei zu zögerlich mit harten Maßnahmen gewesen, sagte er.

„Es ist ein langsamer Start. Ein paar Hunderttausend sind geimpft, und jeden Tag werden es mehr“

Für den Rest der Republik gilt der Lockdown nur bis 31. Januar – vorerst. Söder deutete an, dass es im Februar überall weitergehen dürfte. „Jeder, der meint, dass jetzt im Februar alles vorbei ist, der ist nicht seriös.“ Söder warnte, noch immer werde zu viel nach Lücken geschaut. „Noch zu viele suchen ihr Schlupfloch, noch zu viele diskutieren die Einzelmaßnahmen.“ Er verweist auch auf die Virus-Mutation aus Großbritannien, die sich deutlich aggressiver weiterverbreitet. Experten erwarten, dass sie im Februar/März in Deutschland dominiert.

Somit entwickelt sich vor allem die Impfung um einen Wettlauf gegen die Zeit. „Es ist ein langsamer Start. Ein paar Hunderttausend sind geimpft, und jeden Tag werden es mehr. Das Tempo wird zunehmen“, sagte Kanzlerin Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast. Man werde am Ende „jedem, der es möchte, ein Impfangebot machen können.“ Wann, sagte Merkel allerdings erneut mit keinem Wort.

Mittlerweile sind mehr als 500 000 Deutsche gegen Corona geimpft

Mittlerweile sind mehr als 500.000 Deutsche gegen Corona geimpft. Für Bayern nennt die Staatsregierung eine Zahl von knapp 112.000. Die Zahlen beziehen sich allerdings auf die erste Dosis.

Söder forderte mehr Tempo bei der Zulassung von neuen Corona-Impfstoffen. „Ein Impfstoff, der in einem Land schon zugelassen ist, könnte auch in der EU schnell zur Zulassung gebracht werden“, sagte der CSU-Chef der „Welt am Sonntag“. Die EU solle weniger „typisch bürokratische Verfahren wählen“.

Söder kritisierte die mangelnde Impf-Bereitschaft beim Pflegepersonal. Sollte der Ethikrat eine Impfpflicht für diese Gruppe empfehlen, könnte dies erwogen werden. Er regte an, Vorbilder des öffentlichen Lebens demonstrativ impfen zu lassen.

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